Firmlinge gestalten ein Fastentuch - Form der Kunst bis Karfreitag zu bewundern
Die Bibel in Bildern

Lokales
Altendorf
19.02.2015
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Das Brauchtum des Fastentuchs reicht viele Jahrhunderte zurück. Den Gläubigen sollte damit in der Fastenzeit ursprünglich der Blick auf den Hochaltar und das Allerheiligste verborgen bleiben. Also auch ein gewisses Fasten, ein abgetrennt sein von dem, was die Seele nährt. Die Liturgie konnte so nur hörend verfolgt werden. So kam zum körperlichen Fasten auch das seelische hinzu.

Für diese Abtrennung verwendete man zuerst einfarbige Tücher ohne Bilder. Ab etwa dem 12. Jahrhundert wurde das Fastentuch als eine Form der christlichen Kunst entdeckt. Mittlerweile ist es in der Pfarrei Tradition, dass die Neugefirmten das Fastentuch gestalten - und auch heuer entstanden Kunstwerke aus den verschiedensten Materialien wie Papier, Stoff, Wolle, Filz, Moos und Watte in allen Farben des Regenbogens. Die Firmlinge stellten zusammen mit ihren Eltern und Mitgliedern des Pfarrgemeinderats die Evangelien der fünf Fastensonntage auf großen Fotokartons bildlich dar.

Bevor es ans Basteln ging, mussten sich die Gruppen mit den Textstellen der Evangelien auseinandersetzen und sich darauf einigen, was sie aufs Papier bringen möchten. Die Firmlinge waren mit großem Eifer bei der Sache, der Fantasie und Kreativität waren keine Grenzen gesetzt.

Schließlich wurden die fünf Bilder auf ein violettes Tuch geheftet und das selbst gestaltete Fastentuch über dem Volksaltar kann zwischen Aschermittwoch und Karfreitag in der Pfarrkirche St. Andreas bewundert werden. Nochmals zurück zum Ursprung des Fastentuches: Auf den Tüchern entstanden im Lauf der Jahrhunderte mehr und mehr gemalte Bibelgeschichten. Man könnte sagen, es war eine erste Bilderbibel, denn die meisten Leute konnten damals ja nicht lesen.
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