Flur modernisieren

Bei der Informationsversammlung zur Flurneuordnung sprachen (von links) Baudirektor Werner Bachseitz, Landschaftsarchitekt Gottfried Blank und Bürgermeister Georg Köppl. Bild: haa
Lokales
Altendorf
08.11.2014
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Der überwiegende Teil der Landwirte und Grundbesitzer aus Fronhof, Siegelsdorf und Oberkonhof ist an einer Flurneuordnung interessiert, wenngleich bei einigen noch Skepsis besteht. Ein Arbeitskreis will seine Ergebnisse in einem halben Jahr vorlegen.

Die Aufteilung des noch vorhandenen Rechtlergrundes von etwa 60 Tagwerk in der Gemarkung Fronhof ist seit vielen Jahren ein Problem. Die Gemeinde Altendorf hat bereits 2001 beim Amt für Ländliche Entwicklung die Flurneuordnung beantragt. Im März 2014 fand nun für die betroffenen Landwirte eine Aufklärungsversammlung statt. Das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) hat daraufhin dem Architekturbüro Blank aus Pfreimd die Planung übertragen. In der Zwischenzeit zeigten auch die Landwirte von Siegelsdorf und Oberkonhof Interesse an einer Flurneuordnung. Sie wünschten eine Erweiterung des Verfahrensgebietes. Die Behörde berief nun eine weitere Informationsversammlung ein.

Bürgermeister Georg Köppl gab zu verstehen, dass aus Sicht der Gemeinde eine Ausweitung des Bereiches wünschenswert sei. Aufgrund des räumlichen Zusammenhanges biete es sich sogar gut an. Es sei sinnvoll, die kleinen und teilweise zersplitterten Parzellen nach Lage und Form neu zu gestalten, um rationeller wirtschaften zu können.

Zweckmäßige Wege

Baudirektor Werner Bachseitz vom ALE wies auf die Bedeutung einer Flurneuordnung im Hinblick auf die geänderten Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft hin. Das Wegenetz entspreche oft nicht mehr den heutigen Anforderungen. Raine und ausgeprägte Geländestrukturen erschwerten vielfach eine moderne Bewirtschaftung. Als Vorteile der Neuordnung nannte Bachseitz: Neueinteilung der Fluren und Zusammenlegung nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten; Neugestaltung der Flurstücke; Anlage eines zweckmäßigen Wegenetzes; Aufhebung nicht mehr benötigter Geh- und Fahrtrechte; Vermessung und Abmarkung ohne Grundbuch- und Notarkosten. Bei der Neuverteilung werde es jedoch keine Insellösungen geben.

Für die Planung und Herstellung von Straßen und Wegen sowie für Landschaftsplanung und Maßnahmen der Landespflege gewährt der Freistaat derzeit etwa 75 Prozent Zuschuss. Aus dem Programm "Integrierte Ländliche Entwicklung" kommen nochmals zehn Prozent dazu. 15 Prozent hätten die Teilnehmer zu tragen. Bei langfristigen Verpachtungen gebe es sogar noch einen zusätzlichen Bonus. Da im Verfahrensgebiet bereits gut ausgebaute Straßen in die Fluren führen, werden nur mehr wenige Wege erforderlich sein.

Landschaftsarchitekt Gottfried Blank zeigte auf, was vom Arbeitskreis Flurwerkstatt in der Vorbereitungsphase erarbeitet werde. Analysen und Bestandsaufnahmen würden gemacht, Daten gesammelt und Meinungen erfragt. Der Arbeitskreis werde Ziele und Grundsätze formulieren. Wenn der Beschluss über weitergehende Planungen erfolge, werde die vertiefende Flurwerkstatt angehängt. Für die Flurwerkstatt entstehen den Teilnehmern keine Kosten.

Chance nützen

Der Großteil der anwesenden Landwirte zeigte Interesse am Verfahren. Köppl appellierte an alle, dass es bei dieser extrem hohen Förderung eigentlich keiner Überlegung mehr bedürfe. "Über zehn Jahre haben wir jetzt gewartet, nun müssen wir diese bestimmt einmalige Chance, die wir wohl kaum mehr bekommen werden, auch nützen."
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