Flurwerkstatt eröffnet Chancen

Zerklüftete Fluren und teilweise "handtuchgroße" Grundstücke erschweren eine zeitgemäße Landbewirtschaftung. Bild: Köppl
Lokales
Altendorf
19.03.2015
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Wer ein neues Auto kauft und nur 15 Prozent selbst bezahlen müsste, würde nicht lange überlegen. Zur geplanten Flurneuordnung Fronhof gibt es 85 Prozent Förderung. Außerdem kann das Problem "Rechtlergrund" gelöst werden. Warum greifen die Grundstücksbesitzer nicht zu?

Nach dem fünften Anlauf scheint die Vernunft nun doch zu überwiegen: Mit 15:7 Stimmen sprachen sich die stimmberechtigten Fronhofer Grundstückseigentümer bei einer Arbeitskreissitzung im Gemeindezentrum für die Fortführung der Flurwerkstatt aus. Ob es dann auch wirklich zur Flurneuordnung kommt, ist damit aber noch nicht entschieden.

Die Maschinen werden immer größer und damit auch die Anforderungen an Flurstücke und Wegenetze. Um zeitgemäße Bewirtschaftungsmethoden für die Landwirtschaft zu schaffen, hatte die Gemeinde bereits 2001 beim Amt für Ländliche Entwicklung (AfLE) für die Gemarkung Fronhof eine Flurneuordnung beantragt. Gleichzeitig soll dabei die von den "Rechtlern" seit langem gewünschte Ablösung der Gemeinderechte erfolgen.

Nun ist das Flurneuordnungsverfahren in greifbare Nähe gerückt. Bevor es jedoch "eingeleitet" wird, findet in einem Zeitrahmen von einem halben bis einem Jahr die so genannte Flurwerkstatt statt. Hier können erforderliche Vorhaben gemeinsam geplant werden. Moderiert wird die Flurwerkstatt von Landschaftsarchitekt Gottfried Blank. Die Flurwerkstatt bedeutet kein Risiko, denn sie wird zu 100 Prozent gefördert. Sollten die zu erwartenden Kosten einer Flurneuordnung zu hoch oder der Landabzug zu viel werden, könnten sich die Fronhofer immer noch gegen ein Verfahren entscheiden.

16 Gegner

Um Chancen, Nutzen und Abläufe aufzuzeigen, fanden Aufklärungsversammlungen, Flurwerkstatt und bereits eine Flurbegehung statt. Im Dezember flatterte dem AfLE und der Gemeinde eine Unterschriftenliste von 16 Gegnern des geplanten Verfahrens auf den Tisch. Diese holte man Ende Januar nochmals zu einem Gespräch zusammen, um ihre Bedenken anzuhören. Dabei blieben noch Fragen offen. Deshalb wurden die rund 35 betroffenen Bürger aus dem Bereich Fronhof zu einer weiteren Versammlung eingeladen. Bürgermeister Georg Köppl appellierte noch einmal eindringlich an die Zuhörer, die einmalige Chance zu nutzen und sich nicht von Panikmachern in Sachen Grundabzug und Hektarkosten verrückt machen zu lassen. Hier konnte Baudirektor Werner Bachseitz vom AfLE mit Zahlen aus dem abgeschlossenen Verfahren Haag/Schwarzhofen beruhigen. Dort lagen die Hektarkosten bei 515 Euro und der Grundabzug zwischen 2,5 und 1,5 Prozent. Josef Frey von der Teilnehmergemeinschaft Haag berichtete: "Sehr viele kleine Grundstücke konnten zusammengelegt werden. Die Wertermittlung war gerecht, über die Flurneuordnung wird nur positiv geredet".

Herbert Wendl vom "Landwirtschaftsamt" zeigte die vielen Vorteile eines Verfahrens für die Zukunftsfähigkeit der Betriebe auf. Zudem würden Verpächter, wenn sie für zehn Jahre einen Pachtvertrag schließen, die Hälfte der Kosten erlassen bekommen. Die Vorteile (keine Kosten für Vermessung, Notar und Grundbuchamt) einer Abwicklung des Themas "Rechtlergrund" im Rahmen einer Flurneuordnung listete Günter Tauschek vom AfLE auf.

Nach der 15:7-Abstimmung zur Fortführung der Flurwerkstatt appellierte Moderator Gottfried Blank, intensiv in die thematische Arbeit einzusteigen und sich nicht mit Grundsatzdiskussionen aufzuhalten.
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