Kompromiss zu einer Brücke

Nach der überarbeiteten Planung wird die neue Brücke zur ehemaligen Eisenbahnbrücke (links im Bild) hin verschoben. Etwa in der Mitte der Wiese würde das Teilstück für die neue Anbindung verlaufen. Die enge Kurve nach der jetzigen Brücke würde dann wegfallen. Bild: haa
Lokales
Altendorf
12.12.2014
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Die Brücke über die Murach bei Oberkonhof ist in einem kritischen baulichen Zustand. Eine Sanierung des fast 50 Jahre alten Bauwerkes ist zu kostenaufwändig und daher nicht mehr wirtschaftlich. Das Staatliche Bauamt beabsichtigt daher einen Neubau, der bereits im kommenden Jahr verwirklicht werden kann.

Auf Veranlassung des Staatlichen Bauamtes Amberg besichtigte der Gemeinderat Altendorf im September bereits die Brücke. Baudirektor Gottfried Weishäupl informierte damals das Gremium über den beabsichtigten Neubau. Der jetzige Übergang über die Murach wurde 1967 als Stahlbeton-Plattenbrücke erstellt und hat eine Tragfähigkeit von 30 Tonnen Bei der letzten turnusmäßigen Brückenprüfung 2012 wurden an dem Bauwerk jedoch erhebliche Mängel festgestellt.

So wurden vor allem Betonschäden am Überbau, Betonabplatzungen und freiliegende Bewehrungen festgestellt. Am Unterbau sind zusätzlich Tausalzschäden und Aussinterungen aufgetreten. Außerdem ist an den seitlichen Kappen teilweise der Beton abgeplatzt. Ebenso ergab die letzte Überprüfung, dass die Standsicherheit beeinträchtigt ist. Es ist daher ein kurzfristiger Handlungsbedarf erforderlich, stellte Weishäupl fest.

Eine wirtschaftliche Sanierung des Bauwerkes ist nach den Ermittlungen des Bauamtes nicht mehr möglich. Es ist daher dringend ein Ersatzbau erforderlich. Gemäß diesem Sachstand, wurden die Planungen zur Brückenerneuerung von der Behörde entsprechend forciert, so dass der Neubau bereits im kommenden Jahr erfolgen könnte. Im Ausbauplan steht die Maßnahme in der Priorität eins. Für die Erneuerungsmaßnahme wäre kein Planfeststellungsverfahren notwendig, da es sich lediglich um einen Ersatzbau handelt. Die neue Brücke war am gleichen Standort des jetzigen Übergangs vorgesehen.

Planungen überarbeitet

Die Gemeinde Altendorf hat bei der Vorstellung der Planung jedoch angeregt, dass die neue Brücke so platziert werden sollte, dass der neue Standort mit dem Trassenverlauf einer eventuellen späteren Ortsumgehung von Oberkonhof oder einer Verbesserung der Straßenführung ohne große bauliche Veränderungen vereinbar ist. Das Staatliche Bauamt ist ebenfalls an einer Linienführung interessiert, hat die Anregung der Gemeinde aufgegriffen und den Standort der Brücke geändert. Bei der letzten Sitzung des Gemeinderates wurde der Vorschlag der Behörde dem Gemium vorgestellt.

Nach der überarbeiteten Planung wird die neue Brücke zur ehemaligen Eisenbahnbrücke (jetzt Radweg) hin verschoben. Die Straßenteilstücke vor und nach der neuen Brücke werden auf einer gesamten Länge von etwa 400 Meter angepasst. Durch die Änderung der Linienführung werden die bestehenden Kurven wesentlich entschärft, stellte Bürgermeister Köppl fest. Für einen Ausbau der Straße, wie von der Gemeinde im September angeregt, bestehen derzeit keine Chancen, da die Verkehrsfrequenz nur bei etwa 1700 Fahrzeugen pro Tag liegt. Auch die Gemeinde Niedermurach wird jetzt mit einbezogen, da nach der Brücke die Gemeindegrenze verläuft.

Der neue Standort für die Brücke hat zudem den Vorteil, dass der Verkehr während der Bauzeit über die bestehende Brücke aufrechterhalten werden kann und keine Umleitung oder Sperrung notwendig ist. Außerdem fallen keine Kosten für eine Behelfsbrücke an. Auch wenn keine Neutrassierung der Staatsstraße erreicht werden kann, spricht sich der Gemeinderat für den geänderten Brückenstandort aus, da dennoch der Straßenverlauf auf dem Teilstück wesentlich verbessert und übersichtlicher wird.

Grundstücke zum Tausch

Die beiden beteiligten Gemeinden wurden nun von der Behörde gebeten, den erforderlichen Grunderwerb durch den Verkauf von Ersatzgrundstücken zu unterstützen. Die Gemeinde Niedermurach hat sich bereits für die neue Version ausgesprochen und stellt zwei erforderliche Grundstücke zum Tausch für die benötigte Fläche für den Neubau zur Verfügung. Auch die Gemeinde Altendorf kann ein geeignetes Grundstück als Ersatzfläche anbieten.

Jetzt müssen eigentlich nur noch die beteiligten Anlieger mit den Ersatzgrundstücken einverstanden sein. Sollten die Verhandlungen scheitern, wird die alte Brücke abgebaut und an gleicher Stelle der Neubau in der bisherigen Ausführung und breite erstellt. Auch der jetzige Straßenverlauf bleibt dann bestehen. Während der Bauzeit würde die Straße komplett gesperrt und der Verkehr umgeleitet.
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