Schwierige Haushaltslage

Bürgermeister Georg Köppl (links) und Kämmerer Fritz Lobinger stellten dem Gemeinderat den Haushalt für das laufende Rechnungsjahr vor. Bild: haa
Lokales
Altendorf
08.07.2015
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Bedingt durch die knappe Ausstattung der Kommunen mit Finanzmitteln, ist die Erstellung des Haushalts jedes Jahr ein Korsett, in das die Gemeinden gezwängt werden. Dadurch wird auch die "Marschroute" an Investitionen für das jeweilige Jahr vorgegeben. Folglich müssen Maßnahmen immer wieder nach hinten verschoben werden.

Zweifelsohne, es ist jedes Jahr eine schwere Aufgabe für den Bürgermeister und den Kämmerer, den Haushalt für das laufende Rechnungsjahr zu erstellen. Da stehen Baumaßnahmen an, die schon seit mehreren Jahren auf der "Wunschliste" der Gemeinde stehen, aber wegen der geringen Eigenmittel oder der unzureichenden Förderung nicht verwirklicht werden können.

War letztes Jahr die Haushaltslage doch einigermaßen positiv, sieht es heuer schon wieder nicht mehr so rosig aus. So konnte 2014 ein Überschuss von fast 90 000 Euro erwirtschaftet werden, heuer muss die Gemeinde mit nur gut einem Drittel zufrieden sein.

Kämmerer Fritz Lobinger erläuterte bei der kürzlichen Sitzung des Gemeinderates dem Gremium das von ihm ausgearbeitete Zahlenwerk für 2015. Das Gesamtvolumen beträgt 2 345 900 Euro und liegt um 115 700 Euro höher als im Vorjahr. Der Anteil des Verwaltungshaushalts beträgt 1 492 700 Euro und ist um 8700 Euro niedriger als 2014.

Schwankende Einnahmen

Die Steuereinnahmen erhöhen sich heuer um 11 200 Euro. Weiter sind bei der Einkommensteuerbeteiligung, bei den Schlüsselzuweisungen und einigen kleineren Haushaltsstellen Einnahmenzuwächse gegeben. Rückläufig sind hingegen die Einnahmen bei der Gewerbesteuer, der Umsatzsteuer und der Grunderwerbsteuerbeteiligung mit insgesamt 37 900 Euro. Die Umlage an den Schulverband Neunburg mindert sich um 14 400 Euro, da die Zahl der Hauptschüler von 26 auf 17 absinkt. Der Aufwand pro Schüler beträgt heuer 1 943 Euro. Der Sachaufwand für die Grundschule Altendorf mit 37 Schülern beläuft sich auf 42 600 Euro was 1151 Euro pro Schüler entspricht.

Löwenanteil Kreisumlage

Ausgabeerhöhungen ergeben sich bei der Umlage an die Verwaltung mit 6 000 Euro. Eine weitere Erhöhung um 29 100 Euro ergibt sich bei der Kreisumlage, da sich trotz Absenkung des Hebesatzes die Berechnungsgrundlage erhöht. Die Gemeinde muss demnach 306 400 Euro an den Landkreis entrichten was gut ein Fünftel des Haushalts ist. Hierzureichen gerade einmal die Schlüsselzuweisungen aus, welche die Gemeinde erhält, rechnete der Kämmerer vor.

Die Personalkosten erhöhen sich heuer um fast 40 000 Euro auf 312 900 Euro. Beim Kindergartenpersonal wer den aufgrund des geänderten Personalschlüssels zusätzliche Arbeitsstunden erforderlich. Derzeit besuchen 27 Kinder die Einrichtung. Der Aufwand pro Kind liegt bei etwa 4000 Euro. Vor Jahren, als noch etwa 50 Kinder im Kindergarten waren, lag der Aufwand nur bei etwa 1400 Euro.

In seiner abschließenden Bewertung stellte der Fritz Lobinger fest, dass die Haushaltslage der Gemeinde als nicht zufriedenstellend anzusehen ist. Seit einigen Jahren wird es zunehmend schwieriger, einen Überschuss im Verwaltungshaushalt zu erwirtschaften. Ohne finanzielle Unterstützung des Freistaates Bayern über die Anteile an der Lohn- und Einkommensteuer und der Schlüsselzuweisungen, die alleine etwa 46 Prozent der Gesamteinnahmen des Verwaltungshaushaltes ausmachen, könnte die Gemeinde ihren Pflichtaufgaben nicht nachkommen.

Es gibt jedoch nur zwei Wege um die Finanzkraft der Gemeinde zu stärken, beide sind allerdings nicht einfach. Entweder müssen Einsparungen im Verwaltungshaushalt erfolgen oder es muss an der Steuerschraube gedreht werden. Es liegt somit in der Verantwortung des Gemeinderates einen korrekten Mittelweg zu finden, um die weitere Entwicklung der Gemeinde auf eine erfolgreiche Schiene zu bringen.

Etat genehmigt

Der Gemeinderat war sich der prekären Haushaltslage wohl bewusst. Doch es wurde bei den vorangegangenen Beschlüssen eigentlich immer kritisch geprüft ob diese oder jene Investition erforderlich ist. Auch wurden Maß nahmen aus finanziellen Gründen nach hinten verschoben. "Wir sparen ja sowieso schon, wo immer es geht" war der Tenor im Gemeinderat. Nach eingehender Beratung bewilligte das Gremium den Etat.
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