Vom Landrat bis zum Whisky

Lokales
Altendorf
19.03.2015
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Die "Allerscheynst'n" erklommen "schwindelnde Höhen". Die Fußballer die Waage und da wurde es so manchem Ratefuchs schwindlig, der das Mannschaftsgewicht erraten sollte. Aber "Bruder Barnabas" holte die Zuhörer mit seiner Fastenpredigt wieder auf den Boden der Tatsachen.

Ob Tobi, Vitus und Michl wirklich die "Allerscheynst'n" sind, soll dahingestellt bleiben. Dem Publikum gefallen haben auf jeden Fall ihre musikalischen Darbietungen, die auch ohne Verstärker das Trommelfell noch gehörig reizten. Vielleicht war die Leere im Sportheim schuld, das noch eine gehörige Portion Besucher vertragen hätte.

"I bin wieder da"

Wer gekommen war, erlebte jedenfalls einen unterhaltsamen und amüsanten Abend, der den vorausgegangenen neun Starkbierfesten in nichts nachstand. Wesentlichen Anteil daran hatte natürlich "Bruder Barnabas" alias Franz Grabinger, der aus Unterauerbach über den Berg gekommen war, um den Altendorfern die Leviten zu lesen. "I bin wieder da, eats habt's es", begrüßte Bruder Barnabas die Zuhörer und spannte den Bogen von Griechenland über den Flughafen Berlin bis zu den Benzinpreisen. "Da Landrat Ebeling is' der meistfotogravierte Mo", behauptete Barnabas: "Am Montog howen in der Zeitung auf oana Seit'n glei dreimal gsegn!"

"Willst du allein tanzen in dem Saal, dann gehst nach Altendorf auf den Ball", spielte der Fastenprediger auf immer schlechter besuchte Faschingsbälle an und appellierte an die Bürger: "Kommts wieder raus aus eurem Bau". "Dass der Tiger vom Whisky erzählt und die Walburga gekocht hat und dafür eine gute Werbung im Fernsehen bekommen haben", war dem Barnabas ebenso wenig entgangen wie der lautstarke Auftritt der Böllerschützen bei OTV. Auch vom neuen Orgelspieler "als frisches Blut für den Männerchor" hatte er einiges gehört, "doch der hot koa Blutauffrischung vertrogn".

Kurios erschien ihm auch, dass es "in Altendorf mehr Verbotsschilder als Parkplätze gibt. Angeblich wegen dem Schneeräumer, derweil hot's fast koan Schnee gebn". Vier Tage lange habe der Bürgermeister seinen 60. Geburtstag gefeiert mit Landrat, Stadtkapelle und Böllerschützen. "I bin gspannt, wos der beim nächsten macht, is da die von der Leyen vielleicht bei den Böllerschützen dabei?", fragte sich der Prediger. Er war überzeugt, dass es die Fußballer dem Pösl Jürgen zu verdanken haben, dass sie mit "Ach und Krach dem Abstieg entronnen sind". Aber auch von einem spektakulären Unfall in Willhof und "äußerst schnell wachsendem Gras in Kindergarten und Schule" wusste er zu berichten. Zum Schluss des 40-minütigen "Derbleckens" gab es einen Riesenapplaus und Franz Grabinger kam nicht um eine Zugabe herum.

Mit Starkbier runterspülen

Für die Gäste gab es noch mehr Spaß - doch das Gewicht der ersten Fußballmannschaft zu erraten, war nicht einfach. Damit nicht gemunkelt werden konnte, wurden die Spieler nach der Tippabgabe der Besucher live auf der Bühne gewogen. Heraus kamen 1044 Kilo. Reinhard Legl kam mit getippten 1041 Kilo recht nah heran; Florian Maierhofer und Christoph Giedl schrieben beide 1042 Kilo auf den Tippzettel. Für alle drei gab es Gutscheine. Wer noch ein wenig zulegen wollte, durfte gerne zu Braten, Griebenschmalzbroten und Knackersemmeln greifen und das Ganze mit Starkbier hinunterspülen. Die "Allerscheynst'n gaben bis spät in die Nacht musikalisch ihren Senf dazu.
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