Ziel lautet: Ortskern beleben

Für die Wohn- und Lebensqualität sei der Erhalt der lokalen Identität des Dorfes, vor allem im Ortskern (unser Bild) und seiner unverwechselbaren städtebaulichen Strukturen unerlässlich, hieß es. Bild: haa
Lokales
Altendorf
15.11.2014
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Um Altendorf attraktiver zu machen, sollen die Freiflächen im Ortskern umgestaltet werden. Wegen anderer dringender Projekte wurde das Vorhaben immer wieder verschoben. Im nächsten Jahr soll es aber weiter gehen.

Bürgermeister Georg Köppl hat sich bei seinem Amtsantritt im Jahre 2006 zum Ziel gesetzt, die Gemeinde lebens- und liebenswert zu gestalten. Nicht nur die Einheimischen sollen sich hier wohlfühlen sondern auch Familien die zuziehen und künftigen Generationen soll es hier gefallen. Deshalb müsse das Ortsbild von Altendorf gefälliger und attraktiver gestaltet werden.

Über das Städtebauförderungsprogram soll die Umsetzung der Maßnahmen erfolgen. Voraussetzung für die Aufnahme war die Vorlage einer Grobanalyse die das Architekturbüro Brückner & Brückner aus Tirschenreuth erstellte. Dazu wurden im Vorfeld in einer Fragebogenaktion die Vorstellungen und Bedürfnisse der Einwohner ermittelt. Bei einer Ortsversammlung fanden die von den Planern vorgestellten Ideen bei den Bürgern allgemeine Zustimmung.

Auf der Basis der Grobanalyse wurde das Ortsentwicklungskonzept mit der Regierung abgesprochen. Fortführend auf diesen Daten wurde die noch erforderliche Feinanalyse von Dr. Robert Leiner von der iq-Projekt-gesellschaft verfasst. Dabei wurde festgestellt, dass Altendorf durch die grenznahe Lage, abseits der zentralen Metropolregionen raumstrukturelle Defizite hat. Nachdem es keine industrielle Basis und wenig Handwerksbetriebe am Ort gibt, besteht eine hohe Außenabhängigkeit und ein großer Auspendlerüberschuss.

Als Einrichtungen der Grundversorgung seien Dorfladen, eine Bank und Gasthäuser vorhanden. Außerdem zählen Kindergarten und Grundschule als wichtige Standortfaktoren für junge Familien. Die "funktionalen Bausteine einer Ortsmitte" seien in Altendorf vorhanden, stellte der Planer damals fest.

Wohnwert steigern

Der Gestalter prägte für Altendorf das neue Leitbild "Vom bäuerlichen Dorf zur ländlichen Siedlung". Als wichtiges strategisches Ziel sei die Bildung einer klaren und funktionalen Ortsmitte sowie die Verbesserung der Grün- und Freiraumsituation anzustreben. Für die Wohn- und Lebensqualität sei der Erhalt der lokalen Identität des Dorfes und seiner unverwechselbaren städtebaulichen Strukturen unerlässlich.

Zur Steigerung des Wohnwertes müsse auch die familienbezogene Infrastruktur weiter ausgebaut werden. Der Planer führte hier speziell den Erhalt des Kindergartens und der Schule an. Der notwendige Kinderspielplatz sei schon vorhanden. Wichtig seien weiter die Bereitstellung von Versorgungs-, Betreuungs- und Aktivitätsbedingungen sowie die Organisation mobiler eingebundener Leistungen. Die Belebung des Ortskerns habe oberste Priorität. Derzeit sei der Ort noch ohne größere Lücken bewohnt.

Vor dem Hintergrund einer stagnierenden bis rückläufigen Bevölkerungsentwicklung wird jedoch das Risiko künftiger Leerstände erhöht. Es müsse daher überlegt werden daraus Wohnraum zu schaffen, da sonst eine Aushöhlung drohe. Sinnvoll wäre es, solche Flächen für Zuzugs- und Ansiedlungsmöglichkeiten, hauptsächlich für junge Familien, bereit zu stellen. Den Kindern müsse das Lebensgefühl als heimatlicher und liebenswerter Wohnstandort vermittelt werden um die Abwanderung zu verhindern.

Bei der letzten Gemeinderatsitzung wurde das Thema im Rahmen der Haushaltsberatung erneut behandelt. Bürgermeister Köppl gab zu verstehen, dass in den letzten Jahren Straßenbaumaßnahmen und andere Projekte vordringlich waren. Jetzt müssen aber die planerischen Voraussetzungen für die Freiflächengestaltung im "alten Ort" der die Region vom Friedhof über die Nabburgerstraße bis zur Schule umfasst, geschaffen werden.

Nach dem bereits erstellten Ortsentwicklungskonzept sind für die Maßnahmen zur Verbesserung des Ortsbildes 580 000 Euro angesetzt. Für alle umzusetzenden Maßnahmen aus dem Konzept werden 60 Prozent Förderung gewährt. Die Planung ist für 2015 vorgesehen. Ab 2016 soll dann die Umsetzung der Maßnahmen anlaufen. Die Arbeiten werden sich, auch aus finanziellen Gründen, über mehrere Jahre hinziehen. Der Gemeinderat bewilligte die Anmeldung des vorgesehenen Programms bei der Regierung.
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