241 Hektar im Blickwinkel

Der Weg zu den Horsterfeldern ist total verwachsen und viel zu schmal. Hier wird ein neuer Schotterweg entstehen. Bilder: haa (2)
Politik
Altendorf
12.10.2016
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Baurat Martin Stahr stellte die Verfahrensgrenze für die Flurneuordnung Fronhof und Siegelsdorf vor und erläuterte auch das geplante Hauptwegenetz.

Bei der Flurneuordnung fördert das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) auch die Planung und Herstellung von Wirtschaftswegen. Bei dem anstehenden Verfahren für Fronhof und Siegelsdorf wird diese große Chance wahrgenommen. In einer Bürgerversammlung wurde deshalb vorweg schon das Kernwegenetz für das Verfahrensgebiet abgestimmt.

Bei den früheren Flurbegehungen mit ALE, Landschaftsarchitekt Gottfried Blank und den Teilnehmern wurde das Verfahrensgebiet schon grob abgesprochen. Auch die Anlage der erforderlichen Kernwege wurde vor Ort gleich mit erörtert. Das Architekturbüro Blank hat die Ergebnisse aus diesen Zusammenkünften dokumentiert und dem Amt übermittelt.

Baurat Martin Star vom ALE stellte eingangs die geplante neue Verfahrensgrenze vor. Nach Rücksprache mit dem Vermessungsamt in Nabburg haben sich einige Abgrenzungen ergeben. So war zur Minderung des vermessungstechnischen Aufwandes noch die Einbeziehung einiger Flurstücke an Randbezirken erforderlich. Das Verfahrensgebiet umfasst jetzt 241 Hektar.

Weiter informierte Stahr über das beabsichtigte Wegenetz. Hier sind verschiedene Wegebautypen möglich vom einfachen Grünweg über den Schotterweg bis hin zum Weg mit Pflaster- oder Asphaltbelag. Überwiegend werden die Wege in der Schotterbauweise mit einer Achslast von 10,5 Tonnen und einer Fahrbahnbreite von 4,5 Meter hergestellt. Diese Bauart ist zwar momentan etwas teurer als einfachere Wege, doch rechnet sich das auf die Dauer durch die höhere Belastbarkeit und die längere Standzeit.

Überwiegend Schotter


Im Verfahrensgebiet stehen voraussichtlich etwa fünf Kilometer neue Hauptwege zum Bauen an, rechnete Stahr vor. Die verschiedenen Wege und deren Bauart wurden einzeln besprochen, um die Herstellungskosten zu kalkulieren. Diese fließen dann in die Berechnung ein um daraus eine Kostenschätzung für das Verfahren zu ermitteln.

Aufwendig wird der Bau des Weges von der Staatsstraße in Richtung Horster und dann rechts über die Fluren bis zur Anbindung an die Straße nach Altendorf mit einer Länge von 620 Meter. In die Gemeindezell führt bis zum Rechtlerwald bereits eine asphaltierte Straße mit 3,5 Meter Breite. Die Tragdecke ist zwar beschädigt, doch wenn der Belag abgefräst und eine Oberbauverstärkung aufgebracht wird, hält die Straße wieder einige Jahrzehnte, stellte der Sachverständige für Wegebau bei der kürzlichen Begehung fest. Ab dem Rechtlerwald bis zum großen Wald schließt sich dann ein Schotterweg an.

Anordnung im Dezember


Schotterwege sind auch noch erforderlich in die Begnitzzell, in den Ullersbach sowie in Siegelsdorf in Richtung Fuchsschlag und weitere Fluren. Nach der Neuordnung der Grundstücke werden auch noch einige Stichwege notwendig sein. Jedes Flurstück wird künftig durch einen Weg oder eine Zufahrt erschlossen. Fahrtrechte sollen nur eine Ausnahme sein, wenn keine andere Lösung möglich ist.

In einer Aufklärungsversammlung am 23. November wird das Amt noch über den allgemeinen Verfahrensablauf der Flurneuordnung und bereits auch über die zu erwartenden Kosten informieren. Die offizielle Anordnung des Verfahrens Fronhof/Siegelsdorf erfolgt im Dezember.

Die Vorstandswahl, bei der alle Teilnehmer wahlberechtigt sind, findet im ersten Quartal 2017 statt. Vorsitzender wird Baurat Martin Stahr sein. Für die Gemarkung Fronhof werden drei Mitglieder und für den Bereich Siegelsdorf zwei Mitglieder in den Vorstand gewählt.

Stahr richtete abschließend noch den Appell an die Landwirte, ihre Flächen und Lagen für das Dauergrünland zu überprüfen und beim Mehrfachantrag entsprechend zu berücksichtigen oder zu korrigieren.

Weiter wies er auf die Feldversuche des Fachzentrums für Agrarökologie hin, die am 19. Oktober um 19.30 in Raffach stattfinden. Innerhalb von Flurneuordnungsverfahren ist es ein wesentliches Ziel, Maßnahmen zur Erosionsverminderung und deren Vermeidung zu ergreifen. Das Bewusstsein zur zeitgemäßen Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen sowie das Verständnis für Entscheidungen der behördlichen Fachstellen in Flurneuordnungsverfahren sind Thema dieser Feldvorführung.
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