Gemeinde will Bauwilligen entgegenkommen

Die freie Fläche (links) ist in drei Bauparzellen eingeteilt. Auf zwei Plätzen ist die Errichtung von Wohnhäusern nach dem Baustil E+1 geplant. Das dritte Haus soll unterhalb den bestehenden Wohnhäusern gebaut werden. Bild: haa
Politik
Altendorf
04.03.2016
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Im Baugebiet "Markfelder" sind bis jetzt nur Wohnhäuser mit der Bauform E+D zugelassen. Generell haben sich jedoch die Gestaltungswünsche der Bauwilligen in den letzten Jahren geändert. So wurden kürzlich auch für diese Siedlung drei Baugesuche nach dem neuen Baustil E+1 eingereicht.

Zur geplanten Änderung des Bebauungsplans "Markfelder" sind nach der frühzeitigen Beteiligung von neun Anwohnern Einwände eingegangen. Im Gemeinderat wurde daraufhin mit dem Architekten nach Alternativen gesucht. Die Änderungen wurden in den Plan eingearbeitet und vom Gemeinderat gebilligt.

Martin Kräuter von der Verwaltung gab bei der letzten Sitzung des Gemeinderates zu verstehen, dass die beabsichtigte Änderung des Bebauungsplans die Zulassung des Gebäudetyps E+1 beinhaltet. Damit verbunden sind die Änderung der Wandhöhen und der Dachneigung. Bei der frühzeitigen Beteiligung für die Öffentlichkeit, haben neun Behörden und Fachstellen erklärt, dass keine Einwände bestehen. Lediglich Kreisheimatpfleger Berberich schlug vor, dass auf Flachdächern aufgeständerte Solaranlagen nicht zugelassen werden sollten um Verunstaltungen auszuschließen. Der Hinweis wurde aufgenommen.

Einwände von Anwohnern


Mehrere Anwohner des Baugebietes haben sich jedoch schriftlich gegen die Änderung des Bebauungsplans ausgesprochen. Die einzelnen Einwände und Begründungen wurden bei der Sitzung bekannt gegeben. Bei einer Versammlung wurde durch Architekt Johannes Schießl die Planung vorgestellt und Gelegenheit zur Erörterung gegeben. Es waren die Anwohner, die Bauwerber sowie der Gemeinderat anwesend. Zur Verdeutlichung der Gebäudesituation standen drei Modelle zur Verfügung. Die Betroffenen haben ihre Argumente gegen und für die Planungsänderung ausgetauscht, berichtete Kräuter.

Auch Walmdächer


Der Gemeinderat hat aus diesem "frühzeitigen Verfahren" die Kenntnis erhalten, dass die Änderung den Charakter des Baugebietes verändern und es zu optischen Beeinträchtigungen kommen kann. Weiter wird in den Einwänden angeführt, dass bei einer vollständig freiliegenden talseitigen Kellerwand, bei E+1 Gebäuden eine gesamte Wandhöhe von 8,5 Meter entstehen könnte.

Seitens der Verwaltung wird jedoch festgestellt, dass trotz der Änderung, die Festsetzung zur Anzahl der Vollgeschosse gleich bleibt. Die Obergrenzen der baulichen Nutzung werden nicht überschritten. Die Gestaltungswünsche der Bauinteressenten haben sich seit der Aufstellung des Bebauungsplanes 2006 verändert. Deshalb wird allgemein festgestellt, dass in alten Bebauungsplänen gestalterische Festsetzungen zurückgenommen und in neuen Plänen nur noch begrenzt geregelt werden. Um einem erneuten Änderungsverfahren vorzubeugen, sollte auch die Änderung der Dachform mit Zulassung von Walmdächern überlegt werden, empfahl Martin Kräuter.

Begrenzte Wandhöhe


Um zu verhindern, dass die Wohnhäuser dreigeschossig sichtbar sind, wurde vorgeschlagen, die talseitige Wandhöhe auf maximal sieben Meter zu begrenzen. Weiter werden die Änderung der Dachform sowie der Ausschluss aufgeständerter Solaranlagen in die Änderung des Bebauungsplans mit aufgenommen. Die bisher geltende Firsthöhe von neun Metern bleibt unverändert.

Zweiter Bürgermeister Markus Schiesl, der wegen persönlicher Beteiligung von Bürgermeister Köppl den Vorgang abwickelte, wies ergänzend darauf hin, dass der Gemeinderat das Thema eingehend beraten hat. Auch im Bauamt wurde nach möglichen Kompromissen und Alternativen gesucht und der angeführte Vorschlag ausgearbeitet. Dritter Bürgermeister Hans Braun appellierte an das Gremium, bei der Abstimmung das Wohl der Gemeinde zu vertreten. Von den stimmberechtigten sechs Ratsmitgliedern votierten fünf dafür, die eingeleitete Änderung, wie vorgetragen, fortzusetzen.

Das Verfahren wird nun mit der zweiten öffentlichen Auslegung und Beteiligung der Fachstellen fortgesetzt. Die Anwohner, die Einwände vorbrachten, werden vom Sachstand und der Planergänzung schriftlich informiert.
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