Gemeinderat beschließt Etat
Kaum Geld für Investitionen

In den Ausbau der Gemeindestraßen hat die Gemeinde über eine Million Euro investiert. Alleine die Sanierung der Straße nach Unterauerbach (Bild) kostete knapp eine halbe Million Euro. Weitere Straßen sind schon vorgemerkt. Bild: haa
Politik
Altendorf
04.11.2016
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Die Finanzlage der Gemeinde Altendorf ist nach wie vor kritisch. Aus dem Verwaltungshaushalt kann zu wenig Überschuss erwirtschaftet werden. Es fehlen Industrie-, Gewerbe- und Handwerksbetriebe, die Steuern entrichten.

"Hinzu kommen noch Ausgabenmehrungen, die aufgrund gesetzlicher Regelungen oder Pflichtaufgaben zu leisten sind", erklärte Bürgermeister Georg Köppl. Für notwendige Investitionen bleibt somit kaum mehr Geld. Dennoch wurden in den vergangenen Jahren vor allem in den Ausbau und Erhalt der Gemeindestraßen über eine Million Euro investiert. Weitere Straßen sind in Planung.

Kämmerer Fritz Lobinger erläuterte bei der Sitzung des Gemeinderates dem Gremium das von ihm ausgearbeitete Zahlenwerk für 2016. Das Gesamtvolumen des Haushalts beläuft sich heuer auf 1 893 500 Euro. Der Anteil des Verwaltungshaushalts liegt bei 1 527 800 Euro während der Vermögenshaushalt diesmal nur mit 365 700 Euro angesetzt ist. Einige Einnahmen erhöhen sich heuer zwar geringfügig, hingegen sinkt die Gewerbesteuer um 20 000 Euro gegenüber 2015. Feste Einnahmequellen sind andererseits die Einkommensteuerbeteiligung und die Schlüsselzuweisungen. Bei den übrigen Einnahmen ergeben sich nur geringfügige Veränderungen.

Der Sachaufwand für die Grundschule Altendorf mit 33 Schülern, beläuft sich auf 2703 Euro pro Schüler. Für die 16 Kinder, welche die Mittelschule in Neunburg besuchen, beträgt die Schulumlage 1869 Euro pro Schüler. Beim Eigenanteil der Gemeinde am Sachaufwand des Kindergartens ergibt sich ein Betrag von 3774 Euro pro Kind. "Dies ist zwar ein enormer Betrag, doch das sind uns die Kinder wert", fügte Bürgermeister Köppl ergänzend an.

In seinen weiteren Ausführungen wies der Bürgermeister darauf hin, dass heuer keine anderen größeren Investitionen vorgenommen wurden. Es soll noch die Gemeindestraße von Willhof nach Schirmdorf vermessen werden. Ferner kommen noch einige kleinere Maßnahmen, die schon beschlossen sind, zur Ausführung. Gleichzeitig laufen die Planungen für den Ausbau der Gemeindestraße Dürnersdorf-Enzelsberg sowie für die Sanierung der Schwarzachbrücke in Willhof.

Durch weitere Tilgungen wird der Schuldenstand bis zum Jahresende auf 961 438 Euro zurückgefahren. Infolge der geringen Investitionen, können der allgemeinen Rücklage 182 000 Euro zugeführt werden. Sie wächst damit auf 235 000 Euro an. Somit hat die Gemeinde ein finanzielles Polster für die anstehenden Baumaßnahmen.

Gewerbebetriebe fehlen


Die zu geringen Steuereinnahmen sind der Knackpunkt, dass aus dem Verwaltungshaushalt zu wenig erwirtschaftet werden kann, stellte der Kämmerer fest. Der Gemeinde fehlen eben Gewerbebetriebe. An der Steuerschraube soll deshalb aber keinesfalls gedreht werden, da die Hebesätze bereits im Mittelfeld liegen, führte der Bürgermeister hierzu aus. Eine Anhebung um 20 Punkte hätte nur geringe Auswirkungen rechnete Köppl vor.

Höhere Beiträge möglich


Beim Kindergarten beträgt der ungedeckte Bedarf über 100 000 Euro im Jahr. Die Beiträge sind gegenüber anderen Einrichtungen in Altendorf sehr niedrig. Hier werde man zwangsläufig über eine Anhebung nicht herum kommen. Bei den Friedhofsgebühren liegt die Kostendeckung bei knapp 50 Prozent. Doch wurden diese Gebühren erst 2013 angehoben. Die Abwasserbeseitigung arbeitet hingegen kostendeckend. Nach eingehender Beratung bewilligte das Gremium den Etat ohne Einwände. (Hintergrund)

Der Verwaltungshaushalt in ZahlenEinnahmen:

Grund- und Gewerbesteuer 141 000 Euro (Vorjahr 161 900), Einkommensteueranteil 377 700 Euro (356 400), Schlüsselzuweisung 316 200 Euro (295 600), Zuweisungen für laufende Zwecke 200 000 Euro (155 000), Betriebskostenförderung Kindergarten 65 000 Euro (50 000).

Ausgaben:

Personal 360 000 Euro (350 000), Verwaltungs- und Betriebsausgaben 628 000 Euro (625 000), Zuweisung an Vereine, Kindergarten, Schulen 54 000 Euro (54 000), Gewerbesteuerumlage 13 300 Euro (25 900), Kreisumlage 314 700 Euro (306 400), VG-Umlage 177 100 Euro (177 100), Umlage Schule Neunburg 30 000 Euro (33 100), Grundschule Altendorf 47 100 Euro (42 600).

Gebühren:

Abwasserbeseitigung 101 000 Euro, Friedhof 10 000 Euro (12 000), Kindergarten 15 000 Euro (15 000). (haa)
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