Kläranlage Altendorf: Veränderungen und Nachrüstungen am Leistungsnetz
Ammonium-Problem im Abwasser

Im Klärwerk sind die Ammonium-Werte zu hoch. Um sie zu senken, sind verschiedene Nachrüstungen erforderlich. Bild: haa
Politik
Altendorf
02.06.2015
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Das Klärwerk läuft eigentlich sehr gut. Die geforderten Messwerte liegen alle unter der zulässigen Grenze - bis auf das Ammonium. Um sie künftig einhalten zu können, sind Veränderungen und Nachrüstungen am Leitungsnetz erforderlich.

Die Kläranlage in Altendorf, in der die Abwässer aus den Ortschaften der Gemeinden Altendorf und Guteneck gereinigt werden, ist für 2650 Einwohner ausgelegt. Doch haben sich die bei der Planung der Anlage berücksichtigten Reserven für Baulücken und anderen Zuwachs nicht so entwickelt, wie damals angenommen wurde. Da es weniger Einwohner sind, fällt auch nicht so viel Abwasser an, so dass die Anlage nun zu groß ausgelegt ist und demzufolge auch nicht so arbeiten kann, wie sie sollte.

Lange in der Leitung

Ein Problem, das seit geraumer Zeit auftritt, ist die Zuführung der Abwässer vor allem aus den weiter entfernten Orten. Durch die langen Strecken steht das Abwasser teilweise zu lange in den Rohrleitungen. Die Folge ist, dass bereits im Leitungsnetz der Faulungsprozess beginnt. Dadurch entsteht Ammonium - eine Wasser-Stickstoff-Verbindung - das zusammen mit dem Abwasser dann auch in die Anlage gelangt.

Bürgermeister Georg Köppl wies bei der Sitzung des Gemeinderates darauf hin, dass die wasserrechtliche Genehmigung für den Betrieb der Kläranlage Ende 2016 ausläuft. Spätestens bis dahin muss das Problem behoben sein, was bedeutet, dass die zugelassenen Werte eingehalten werden müssen. Ansonsten fällt eine erhöhte Abwasserabgabe an, die sich wiederum auf die Gebühren auswirken würde.

Der Bürgermeister wies darauf hin, dass die Gemeinde mittlerweile mit dem Architekturbüro UTE aus Regensburg Verbindung aufgenommen hat. Bei einer ersten Besichtigung des Klärwerks zeigte das Architekturbüro verschiedene Möglichkeiten auf, um die Ammonium-Werte zu senken. Damit in den Rohrleitungen kein Faulungsprozess ausgelöst wird, könnten diese mehrmals am Tag mit Druckluft aus einer Kompressorstation durchgeblasen werden. Eine solche Anlage steht bereits in Siegelsdorf.

Nachrüstungen möglich

Außerdem ist an eine Verkleinerung der Vorklärbecken durch Abtrennungen gedacht. Weiter sind auch im Klärwerk selbst noch Nachrüstungen möglich. Welche Maßnahmen letztendlich ausgeführt werden müssen, wird das Büro der Gemeinde noch gesondert vorschlagen.

Für die Sanierungsplanung an der Kläranlage und Optimierungsvorschläge für das Kanalnetz lag der Gemeinde bereits ein Angebot vor. Die Ingenieurleistungen hierfür betragen 11 470 Euro. Hierin enthalten ist auch das Anfertigen der Unterlagen für die Einreichung des Antrages auf Erteilung einer neuen Wasserrechtlichen Genehmigung. Der Bescheid gilt dann wieder 20 Jahre. Der Gemeinderat stimmte dem Vorschlag zu, die Firma UTE mit den Planungen zu beauftragen.
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