Eimerweise Salami, Käse und Co. für das Fest zubereitet
Altendorf eine riesige Pizzastube

Zwiebeln in den Mengen zu schälen ist Schwerstarbeit. Da wundert es nicht, wenn den Frauen die ein oder andere Träne in die Augen steigt.
Vermischtes
Altendorf
26.08.2016
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Beim Pizzafest in Altendorf gibt es alles im Übermaß. Der viele Teig muss deshalb mit dem Schubkarren transportiert werden. Bilder: spi (2)

Als sich die Tür zum Kühlwagen öffnet, überschlagen sich die Düfte. Käse, Salami, Tomatensoße. Es riecht eindeutig nach Pizza. Unmengen von Pizza. Beschriftete Eimer und Schachteln türmen sich übereinander. Teig - abgepackt in roten Boxen - muss mit dem Schubkarren transportiert werden. Unter den Bäumen neben dem Holzbackofen pellen Frauen Zwiebel für Zwiebel aus den Schalen. 25 Kilogramm haben sie vor sich. Die Augen tränen schon ein bisschen. Eine Woche lang sind die Altendorfer auf Achse gewesen, damit ihr mittlerweile neuntes Pizzafest am heutigen Samstag ab 15 Uhr ein Erfolg wird.

Ein Hektoliter Soße


"Wir haben letzte Woche schon sämtliches Material geholt", berichtet Karl-Heinz Schraml. Der 45-Jährige und seine 38-jährige Frau Susanne gehören zu dem rund 100-köpfigen Team, welches das Fest organisiert. Mit vier Autos samt Hängern mussten die Altendorfer losziehen, um 240 Kilogramm Käse, über drei Zentner Mehl, einen Zentner Wurst, einen Hektoliter Soße und 150 Köpfe Salat zu kaufen. Danach heißt es: waschen, schälen, schnippeln, verrühren oder Teig portionieren. Der Stress fängt da aber erst an.

Wie am Fließband wandern nach der Bestellung Pizzableche von Station zu Station. "Jeder hat seine Zutat", erzählt Susanne Schraml. Aus Eimern kramen die Frauen eine handvoll Käse, fünf Scheiben Salami oder schöpfen einen Löffel voll Soße raus. "Alles ist genau dosiert." Sonst könne das Team die Zutatenmenge nicht richtig kalkulieren. Bevor die Pizza in den Ofen wandert, ist Kontrolle angesagt. "Derjenige schaut, ob alles passt", berichtet Karl-Heinz Schraml.

Keine Zeit für Toilette


1700 Pizzen hat das Team die letzten Jahre pro Fest gebacken. Da muss jeder Handgriff sitzen und jeder wird gebraucht. "Wenn man Pech hat und erwischt eine blöde Zeit, kann man nicht mal auf's Klo gehen", weiß seine Frau aus eigener Erfahrung. In einem Regal werden die fertigen Pizzen gesammelt - sortiert nach Sorten. Von dort kommen die Bleche in die vier Öfen. Drei bis fünf Minuten dauert es, dann können die Gäste in eine Pizza Mix, Margherita oder Salami beißen. Die Bleche gehen sofort zurück, werden gereinigt, mit Ventilatoren gekühlt und der Pizza-Kreislauf beginnt von vorne.

Mittlerweile ist alles gut durchgeplant: Die Menge an Zutaten reicht bis rund 22 Uhr. "Beim ersten Mal hatten wir gleich 900 Besucher. Das hat voll eingeschlagen. Wir mussten nachkaufen und haben den Rewe in Pressath ausgekauft", erinnert sich Karl-Heinz Schraml. "Die haben danach keine Salami mehr gehabt."

Seit dem ersten Fest 2008 hat sich einiges verändert. Die Anzahl der Besucher ist auf 2000 gewachsen und mit ihnen die Menge an Pizza von 750 auf 1700. Was gleich blieb, sind die vielen Helfer. "Da sind ehemalige Altendorfer dabei, die immer noch kommen", berichtet er. Auch nach dem Fest gibt es also genügend Abnehmer, sollten Salami oder Käse übrig bleiben. Wobei Schraml dann erst einmal ein paar Tage keine Pizza mehr sehen kann. "Den Geschmack kriegt man nicht so schnell aus der Nase", lacht er.

Der Erlös, der beim Aldendorfer Pizzafest eingenommen wird, wird vollständig gespendet. Der Betrag geht in diesem Jahr unter anderem an die Palliativstation Neustadt/WN und die Kinderkrebshilfe in der Region Oberpfalz Nord.
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