Professionelle Hauswirtschaft ist ein attraktives Berufsfeld
Schlüssel für Lebensqualität

Die frischgebackenen Hauswirtschafterinnen des Prüfungsortes Nabburg erhielten aus den Händen von Leitendem Landwirtschaftsdirektor Reinhold Witt (links) und von Bildungsberaterin Mathilde Schießlbauer und der Prüfungsausschussvorsitzenden Christine Wutz (von rechts) die Prüfungsurkunden überreicht. Dazu gratulierten auch (hinten von rechts) Landtagsabgeordneter Alexander Flierl, stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl und Bürgermeister Georg Köppl. Bild: hfz
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Altendorf
13.10.2016
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Stolz präsentieren die Tirschenreuther Frauen ihre Urkunde. Es gratulierten unter anderem (von rechts) Bildungsberaterin Mathilde Schießlbauer, Christine Wurz vom Verein landwirtschaftlicher Fachbildung und Christiane Enslein vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Tirschenreuth, die die Prüfungsvorbereitung organisiert hatte, den Teilnehmerinnen Linda Bauer aus Iglersreuth, Bettina Schaller aus Kleinkonreuth, Stefanie Doß aus Großbüchlberg, Agnes Lang aus Bärnau, dahinter Franziska Schedl aus Ro

Kinderbetreuung, Altenpflege, Nahrungszubereitung, Umgang mit Geld - das ist in der Summe Hauswirtschaft. Ein attraktives Berufsfeld mit guten Aufstiegschancen. 39 Frauen haben den Grundstein dafür gelegt.

Tirschenreuth/Altendorf. "Großer Bahnhof" für 39 Absolventinnen aus den Landkreisen Schwandorf, Cham, Neustadt/Waldnaab und Tirschenreuth im Schiesl-Saal in Altendorf: 19 der erfolgreichen Prüflinge kommen aus dem Landkreis Tirschenreuth. 5 davon haben eine feste Anstellung, die anderen nutzen die Ausbildung daheim im Betrieb, etwa bei Urlaub auf dem Bauernhof, für die Direktvermarktung oder im Familien-Haushalt. Einige bilden sich weiter: Als Referentin für Ernährung und Haushaltsführung bieten sie Kurse an - in der Volkshochschule, beim Bauernverband.

Leitender Landwirtschaftsdirektor Reinhold Witt vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Schwandorf bezeichnete die Hauswirtschaft als Grundlage, auf der alle anderen Leistungen in der Gesellschaft aufbauen - als Schlüssel für Lebensqualität, Gesundheit und Zufriedenheit. "Gewöhnliches außergewöhnlich tun" - dafür stehe auch die Hauswirtschaft, stellte er in Anlehnung an ein Zitat von Ueli Prager fest: Der Gründer von "Mövenpick" hatte auf die Frage nach dem Geheimnis seines Erfolges gesagt: "Wir tun nichts Außergewöhnliches, wir sind erfolgreich, weil wir gewöhnliche Dinge außergewöhnlich tun."

Es kann weitergehen


Witt erinnerte daran, dass Hauswirtschaft in allen Bereichen des Lebens gegenwärtig sei. In Privathaushalten, Tagungshäusern und Seniorenheimen genauso wie in Kindertagesstätten, Hotels, Krankenhäusern und landwirtschaftlichen Betrieben würde es ohne sie nicht so reibungslos laufen. Der Behördenleiter gratulierte den frisch gebackenen Hauswirtschafterinnen zu einem "Beruf mit glänzenden Perspektiven".

Der Sprecher ermunterte die Absolventinnen, sich über die Fachhochschule bis hin zum Hochschulstudium weiter zu qualifizieren. "Sie können auf einem Kreuzfahrtschiff, in einem Hotel oder einer Wohn-Residenz arbeiten, einen Partyservice aufziehen oder in der Verbraucherberatung und der Produktentwicklung tätig sein und zeigen: "Wir Hauswirtschafts-Profis schmeißen den Laden." Witt stellte fest, dass die Gesellschaft den Wert der Hauswirtschaft lange unterschätzt habe. Die Folgen würden immer deutlicher: Jeder zweite Bayer sei übergewichtig, viele Verbraucher überschuldet und mit der Haushaltsführung überfordert. Deshalb sei es erforderlich, künftig verstärkt bereits im Kindesalter Alltagskompetenzen zu vermitteln.

"Alltagskompetenzen wie Kochen, Waschen und Putzen sind nicht mehr selbstverständlich", bedauerte auch der Landtagsabgeordnete Alexander Flierl. Im Beruf der Hauswirtschafterin seien alle Lebenslagen abgebildet und es sei wichtig, dass dieses Bildungsangebot in der Region verankert ist. Stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl sprach von einem wichtigen Etappenziel und freute sich, dass immer mehr auf den Teilzeitbereich gesetzt wird, um Beruf und Familie besser unter einen Hut zu bringen. Die Landwirtschaftsschule sei wichtiger Faktor zu einer vielseitigen und umfassenden Berufsausbildung. Bürgermeister Georg Köppl appellierte an die Absolventinnen, die erworbenen Chancen und Fähigkeiten zu nutzen. Diese Qualifikation sei Wertschöpfung und Stärkung für den ländlichen Raum. Christine Wutz war davon überzeugt, dass der Dienstleistungssektor künftig noch mehr Bedeutung gewinnen wird. Die Vorsitzende des Prüfungsausschusses wünschte sich, dass der Bereich Hauswirtschaft in der Gesellschaft noch besser wahrgenommen wird.

Die Besten


Als Prüfungsbeste unter den 39 Absolventinnen wurden Edith Schmidt (Guteneck-Luigendorf), Lisa Lang (Kirchendemenreuth-Öd) und Bettina Schaller (Kleinkonreuth) besonders ausgezeichnet. Das "Burg-Trio" der Städtischen Musikschule Neunburg mit Barbara Nutz, Veronika Miller-Wabra und Sylvia Felgenträger sorgte für einen festlichen musikalischen Rahmen. (Info-Kasten)

Professionelle HauswirtschaftDer Berufsabschluss "Hauswirtschafterin" gilt als Gehilfenbrief und als Eintrittskarte zur Weiterqualifizierung. Hauswirtschaftsdirektorin Veronika Mend und Bildungsberaterin Mathilde Schießlbauer zeigten die vielen Möglichkeiten auf. Die Palette reicht von der Meisterfortbildung zum Abschluss "Meisterin in der Hauswirtschaft" bis hin zum Besuch von Fachakademien mit dem Berufsabschluss "Betriebswirtin für Ernährung und Versorgungsmanagement". Die Technikerschule führt zur Technikerin für Ernährung und Versorgungsmanagement, und die Dorfhelferinnen- und Familenpflegerinnen-Schulen bilden zur Dorfhelferin oder zur Familienpflegerin aus. Außer bei der Technikerschule ist es möglich, alle Ausbildungsrichtungen auch in Teilzeit zu absolvieren. (kö)


Wir Hauswirtschafts-Profis schmeißen den Laden.Landwirtschaftsdirektor Reinhold Witt
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