Viele Investitionen stehen an
Bürgerversammlung in Altendorf

Bürgermeister Georg Köppl informierte bei der Bürgerversammlung in Altendorf in einem etwa einstündigen Bericht über die Vorgänge in der Gemeinde. Bild: haa
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Altendorf
16.03.2016
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In der Gemeinde Altendorf sollen bedeutende Investitionen anlaufen. So wird voraussichtlich bis zum Herbst die Breitbanderschließung für alle Ortsteile der Gemeinde erledigt. Außerdem sind Gemeindestraßen dringend sanierungsbedürftig. Aber auch andere Ausgaben stehen auf der Warteliste.

Knapp 70 Personen waren zur Bürgerversammlung in den Schieslsaal gekommen, um sich von Bürgermeister Georg Köppl über die Vorgänge in der Gemeinde informieren zu lassen. Der Gesamthaushalt der Gemeinde belief sich im letzten Jahr auf 2 346 000 Euro. Die wichtigsten Einnahmen waren der Einkommensteueranteil, die Schlüsselzuweisungen, die Gewerbesteuer, die jedoch stark rückläufig war, und die Investitionspauschale.

Bei den Ausgaben steht die Kreisumlage mit 306 400 Euro oben an, gefolgt von den Personalausgaben und der Verwaltungsumlage. Trotz Investitionen konnte der Schuldenstand in den letzten beiden Jahren weiter abgebaut werden und liegt jetzt unter der Millionengrenze. Dadurch verringert sich auch die Zinslast. "Bedingt durch die verschiedenen großen Baumaßnahmen in den letzten Jahren, ist der Schuldenstand durchaus vertretbar", versicherte Köppl.

Die Abwasseranlage und das Klärwerk laufen zu 100 Prozent kostendeckend. Anders sieht es bei den Friedhöfen und dem Kindergarten aus, die jeweils nur um die 40 Prozent erwirtschaften.

Wenn auch die Finanzlage der Gemeinde nach wie vor angespannt ist, erfolgten trotzdem noch Investitionen. So erhielt die Feuerwehr weitere Ausrüstungen, der Kindergarten wurde außen umgestaltet und Geräte für das Klärwerk angeschafft. Die Sanierung der Gemeindestraße in Richtung Unterauerbach schlug mit 450 000 Euro zu Buche. Überdies konnten Kredittilgungen von 110 600 Euro geleistet werden, rechnete Köppl vor.

Bauplätze notwendig


Für das Baugebiet "Markfelder" läuft derzeit das Änderungsverfahren, um künftig auch hier die E+1-Bebauung zu ermöglichen. Ziel der Änderung des Bebauungsplanes ist es, den geänderten Bauwünschen der Bauwilligen nachzukommen, wie es in anderen Kommunen praktiziert wird. Neben den drei schon eingereichten E+ 1-Baugesuchen haben mittlerweile weitere Interessenten nachgefragt, die ebenso bauen wollen.

Die Gemeinde benötigt aber für die weitere Ortsentwicklung dringend Bauland. Es wären zwar noch Bauflächen im Ortsgebiet vorhanden, wie eine Umfrage ergab, doch sei niemand bereit, sie zu veräußern. Der Bürgermeister appellierte daher an die Besitzer, den Bauwilligen mit dem Verkauf ihrer Parzellen entgegen zu kommen. Für die Gestaltung der Ortsmitte wurde ein neuer Anlauf unternommen. Unter Einbindung der kirchlichen Institutionen sollen noch heuer in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro neue Planungen erfolgen.

Schnelles Internet


Mit dem Ausbau der Breitbandversorgung für alle Ortsteile der Gemeinde soll voraussichtlich im Herbst begonnen werden. Die Telekom hat mit 566 205 Euro das wirtschaftlichste Angebot abgegeben. Bei einem Fördersatz von 90 Prozent, wird mit einem Zuschuss von 509 000 Euro gerechnet. "Der Eigenanteil der Gemeinde liegt nun bei nur mehr 57 000 Euro", freute sich der Bürgermeister.

Bei der Flurneuordnung für Fronhof, Siegelsdorf und Oberkonhof ist man mit dem Amt für Ländliche Entwicklung ziemlich auf der Zielgerade. Für die Gemarkung Fronhof können damit auch die Themen Rechtlergrund und Straßenvermessung gelöst werden. "Die einmalige Chance einer Förderung von 85 Prozent sollte auf jeden Fall genutzt werden", empfahl Köppl. Die nächste Zusammenkunft ist am 7. April. Voraussetzung für eine Anordnung des Verfahrens ist, dass die Maßnahme von einer deutlichen Mehrheit der Landwirte getragen wird.

Geplante Maßnahmen


In seinen Ausführungen ging der Bürgermeister auch auf die geplanten Maßnahmen und Investitionen in den nächsten Jahren ein. Die Gemeindestraße von Dürnersdorf nach Enzelsberg ist in einem schlechten Zustand. Das Ingenieurbüro Weiß ist mit der Erstellung der Entwurfsplanung beauftragt. Weiter stehen die Straße von Trossau nach Dürnersdorf und die Straße von Schirmdorf in Richtung Unterkatzbach zur Erneuerung an. Dann wären alle Gemeindestraßen wieder in Ordnung.

Gemäß der letzten Brückenprüfung ist an der Brücke in Willhof eine größere Sanierung für etwa 100 000 Euro erforderlich. Die Neugestaltung der beiden Hauptwege im Friedhof in Altendorf und die Leichenhaussanierung in Willhof stehen ebenso auf der Agenda wie die weitere Umgestaltung der Außenanlagen im Kindergarten und die Ausstattung der Feuerwehren.

Kein Nahwärmenetz


Mit viel Begeisterung sind die Gemeinde und die Betreiber der Biogasanlage das Thema Nahwärmeversorgung angegangen. Die Anlage eines Nahwärmenetzes würde etwa zwei Millionen Euro kosten. Die Kalkulation vor zwei Jahren ergab, dass sich der Nahwärmebezug bei einem Heizölpreis von 75 Cent etwa die Waage hält. Dabei hätte die Bioenergie die Wärme kostenlos zur Verfügung gestellt. Allerdings gab es da wieder einen steuerlichen Haken. "Beim derzeitigen Heizölpreis ist aber keine Wirtschaftlichkeit mehr gegeben. Die Bioenergie wie auch die Gemeinde sieht daher derzeit keine Möglichkeit ein Nahwärmenetz zu betreiben", gab der Sprecher der Bioenergie, Stefan Goetz zu verstehen.
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