Vier neue „Siebener“
Feldgeschworene bei der Gemeinderatssitzung vereidigt

Thomas Storch, Rudi Müller, Herbert Zitzmann und Johann Lottner (von rechts) wurden als weitere Feldgeschworene gewählt. Bürgermeister Georg Köppl vereidigte sie bei der Gemeinderatsitzung. Bild: haa
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Altendorf
27.05.2016
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Das Amt des Feldgeschworenen - im Volksmund auch Siebener genannt - ist eines der ältesten noch erhaltenen der kommunalen Selbstverwaltung. In der Gemeinde wurden jetzt vier zusätzliche Feldgeschworene vereidigt, die künftig bei Abmarkungen dabei sind.

Das Ehrenamt der Feldgeschworenen stammt aus dem 13. Jahrhundert. Damals erkannten die regionalen Bezirksgerichte, dass auf den Dörfern Ansprechpartner notwendig waren, die sich mit den lokalen Gegebenheiten auskannten und die Grenzbeaufsichtigung gewährleisteten. Weil ursprünglich meistens sieben Männer für die Regelung der Grundstücksgrenzen benannt wurden, bürgerte sich auch die Bezeichnung "Siebener" ein.

Eine Besonderheit der Feldgeschworenen war ihr "Siebenergeheimnis". Mit geheimen Zeichen und Markierungen wurde der Punkt des zu setzenden Grenzsteines gekennzeichnet. Die geheimen Daten waren von Kommune zu Kommune unterschiedlich und wurden nur mündlich an den Nachfolger weitergegeben. Bis zum Erlass des Abmarkungsgesetzes im Jahr 1900 hatten sie das Recht, Grenzermittlungen sowie Grundstücksteilungen und -abmarkungen durchzuführen. Seitdem unter stehen die Feldgeschworenen den Vermessungsämtern . Dennoch sind sie weiterhin berechtigt, in begrenztem Umfang selbstständig tätig zu werden. Sie können beispielsweise auch von Eigentümern zur Sicherung oder Erneuerung eines Grenzzeichens bestellt werden. Bei Unstimmigkeiten haben sie aber keine Entscheidungsbefugnisse mehr. Da in der Gemeinde nur noch drei Feldgeschworene zur Verfügung standen, jedoch vier erforderlich sind, konnten sich weitere Interessenten bei der Gemeinde melden. Bei der letzten Gemeinderatsitzung wurden die vier Bewerber vom Gremium als neue Feldgeschworene gewählt. Bürgermeister Georg Köppl nahm die Vereidigung vor und wies sie kurz in ihr Aufgabengebiet ein.
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