Ausstellung im Altenstädter Museum
Karl IV: und seine vier Ehefrauen

Marille Singer erläutert im Museum Jörg Krämer und Alfons Barth vom Heimatverein ihren Bilderzyklus. Für Krämer ist diese erste Ausstellung ein absoluter Höhepunkt im Karl-Jahr. Bild: cr

So kann man als Mann auch Geschichte schreiben: Man heiratet vier Frauen. Doch nicht nur deshalb erinnern sich viele 700 Jahre danach noch an einen bekannten böhmischen Monarchen.

Im Prager Veitsdom und im Museum Altenstadt sind alle Gemahlinnen Karls IV. versammelt: Blanca von Valois, Anna von der Pfalz, Anna von Schweidnitz und Elisabeth von Pommern. Im Dom finden sich die Büsten aus der Parlerschen Bauhütte, im Museum als Zyklus in Öl auf Leinwand, geschaffen von Malerin Marille Singer.

Seit Monaten beschäftigt sich Singer mit diesen Damen. "Etwas berührte mich besonders. Nicht die politischen Interessen, nicht irgendein anderer Beweggrund machten eine weitere Ehe notwendig - es war immer der Tod." Doch alle vier Frauen aus den unterschiedlichsten Ländern verdienen es, in den Vordergrund gerückt zu werden. Schließlich waren sie für die Künstlerin weit mehr als nur ein Beiwerk des böhmischen Königs und römischen Kaisers.

In ihrem Bilderzyklus versteht sie es, die Intentionen und Hintergründe aus dem Leben "Karls und seiner Frauen in einer kleinformatigen Abfolge geschickt auf den Punkt zu bringen und, wie sie selbst sagt, "Platz durch Symbolik" zu ersetzen.

Goldene Mosaiksteine


Karl selbst ist im ersten Bild in eine goldenen Wiege hineingeboren, früh der Mutter entrissen, am französischen Hof erzogen und im Kindesalter mit sieben Jahren verheiratet. Heiratspolitik festigte im 14. Jahrhundert den Adelsgeschlechtern Macht und Einfluss. In den weiteren Bildern zeigt die Künstlerin in Folge die Ehefrauen auf. Seine erste Frau, Blanca von Valois, stammte aus höchsten französischem Adel. Anna von der Pfalz Heidelberg war ihre Nachfolgerin im Ehebett. Das vorletzte Bild zeigt sechs goldene Mosaiksteine. Mit 47 Jahren suchte Karl IV. erneut eine Ehefrau: Im Mai 1353 feierte er in Krakau eine prunkvolle Hochzeit mit der 30 Jahre jüngeren Elisabeth von Pommern.

Das Ende des Zyklus' widmet Marille Singer der "Goldenen Bulle". Fasziniert ist sie von dem Satz: "Ein jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird zerstört werden." Bis 1806 war das Gesetzeswerk in seinen Grundzügen gültig.
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