Altenstädter Wilhelm Bauer feiert 90. Geburtstag - Agiler und herzlicher Jubilar
Auf dem Mofa zum Wildgehege

Seine 90 Jahre sieht man Wilhelm Bauer aus Altenstadt nicht an. Jeden zweiten Tag schaut er zum Sikawild in den Wald und bringt Leckereien mit. Die Tiere kennen ihn und kommen schnell heran. Bild: dob
Wilhelm Bauer feierte am Mittwoch 90. Geburtstag und ist nach wie vor noch kein bisschen müde. Am liebsten steigt er auf sein Mofa mit Anhänger und fährt zum Damwildgehege des "Schloßwirts" in unmittelbarer Nähe der "Bildtanne". "Das Motorengeräusch hören die Sikas schon von Weitem und dann warten sie am Gatter auf mich", strahlt Bauer.

Suche nach Extraportion

Natürlich bringt er geschnittene Äpfel, die er zuvor daheim vorbereitet hat, und altbackene Semmeln mit. "Der Hirsch holt sich immer die besten Stücke und stößt mit seinem Geweih erst einmal alle anderen Tiere weg", erzählt der agile und vor allem herzliche Senior freudig von seinem liebsten Hobby. Er werde schon mal mit der Schnauze an der Hosentasche angestupst, ob sich nicht doch noch die eine oder andere Extraportion darin versteckt. So macht Altwerden Spaß.

An der Seite seiner Ehefrau Rosa, mit der er 2014 nach 65 Jahren Ehe eiserne Hochzeit feierte, empfing der Jubilar beim "Schloßwirt" die Glückwünsche der Geburtstagsgäste. Von der Pfarrgemeinde übermittelten Dekan Alexander Hösl und Marianne Fürnrohr die wohlgemeinten Segenswünsche. Von der Stadt brachte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer hatte Geburtstagsurkunde mitgebracht.

Sein Versprechen fünf Jahren hat er wahr gemacht. Damals sagte er: "Wenn ich in fünf Jahren immer noch so fit bin, dann sitzen wir wieder beieinander." Vor allem seine Vitalität begeistert. Sein Fitnessgeheimnis scheint eng mit seiner Ehefrau verbunden zu sein, die sich angesichts des fortgeschrittenen Alters nur eines wünscht: "Hauptsache ich kann noch für ihn kochen." Bauer stammt zwar aus Kaimling, doch längst ist er ein Altenstädter.

Als Kriegsteilnehmer in der Normandie geriet der junge Mann in zweijährige Gefangenschaft und kehrte erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs in sein Heimatdorf zurück. Rosa Kondler, die in Mähren geboren wurde, war zu dieser Zeit gerade mit ihrer Mutter auf der Flucht in die Oberpfalz gekommen und fand in Unterschleif Unterkunft. So begegnete sich das Paar und heiratete 1949. Ein Jahr später zogen die Eheleute nach Altenstadt an den Lohweg, bevor es neun Jahre später in das neue Haus an der Stanzenbachstraße ging.

Der gelernte Steinmetz arbeitete in Steinbrüchen in Flossenbürg und Roggenstein, ehe er als Maurer zur Baufirma Franz Xaver Wittmann wechselte. Dort war Bauer bis zur Rente beschäftigt. Doch in den Ruhestand ging er damit längst nicht.

Söhne ganzer Stolz

Stolz ist der Jubilar vor allem auf seine beiden Söhne Wilhelm und Manfred. Während Wilhelm als Geistlicher die Pfarrgemeinde Tännesberg leitet, betreibt Dr. Manfred Bauer eine Praxis für Psychotherapie in Wernberg-Köblitz. Selbstverständlich gratulierten auch Enkelin Vroni und Schwiegertochter Martha. Bemerkenswert bei der Feier war, dass Bauers gleichaltrige Freunde Andreas Eismann und Walter Schnorrer unter der Abordnung des Soldaten- und Kriegervereins waren. Glückwünsche kamen auch von der Siedlergemeinschaft.
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