Alterspräsident des Keferl-Hofs

Roman Rupprecht (Zweiter von rechts) ist bis heute der insgeheime "Bürgermeister von Altenstadt". An seinem 85. Ehrentag gehörten neben seiner Ehefrau Rita (sitzend), Marianne Fürnrohr (links), Dekan Alexander Hösl (Zweiter von links) und dritter Bürgermeister Johann Gollwitzer (rechts) zu den ersten Gratulanten. Bild: dob

"Die 90 strebe ich auf jeden Fall noch an." Einer, der diesen Satz an seinem 85. Geburtstag ein paar Mal wiederholte, ist der bekannte Senior Roman Rupprecht, ohne den bis heute keine kirchliche Veranstaltung über die Bühne geht.

Noch immer zieht er die Fäden und begeistert mit einer bemerkenswerten Vitalität, die er nach wie vor auch in den katholischen Kirchenchor einbringt. Beim Altenstädter Chor, dessen Gründungsmitglied Rupprecht war, habe er die "schönsten Stunden seines Lebens verbracht", gestand er einmal.

30 Jahre war Roman Rupprecht auf der politischen Bühne zu Gange und erwarb sich unzählige Verdienste. Nach der Gebietsreform 1972 prägte er als dritter Bürgermeister die Entwicklung mit. Bis heute legt er seine Finger in offene Wunden und nennt Probleme beim Namen. Seine kollegiale Einstellung und sein umfangreiches Fachwissen brachten ihm von allen Seiten große Wertschätzung ein.

Rupprecht galt über viele Jahre hinweg als Botschafter des Bauernstandes und als politischer Pionier. So verhalf er der Kartoffelerzeugergemeinschaft zur Gründung und führte diese zum Erfolg. 1997 überreichte die damalige Landwirtschaftssekretärin Marianne Deml bei der Regierung der Oberpfalz in Regensburg an Rupprecht das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Jakobsmuschel am Haus

Was Rupprecht drei Jahre zuvor bewegte, um sich mit einem Freund auf die 3000 Kilometer lange und 100 Tage dauernde Fußwallfahrt nach Santiago de Compostela aufzumachen, erzählte er immer wieder gerne. Seine Wanderschuhe waren danach abgelaufen wie alte Autoreifen. Noch heute macht die Jakobsmuschel aus Keramik an seinem Haus die Gäste darauf aufmerksam. 1997 schüttelte der Altenstädter bei einer Privataudienz in Rom dem damaligen Papst Johannes Paul II. die Hand.

Wenn der Alterspräsident des "Keferl"-Hofs Geburtstag feiert, dann steht das Telefon kaum still und es reicht gewöhnlich auch ein Tag zum Feiern nicht aus. Seine Geburtstage sind für den gläubigen Christen immer stets ein Lebenspunkt dankbar auf den beschrittenen Weg zurückzuschauen. Am Sonntag wird er dies mit seiner ganzen Familie und Verwandten in der Simultankirche bei einem Festgottesdienst tun, wenn sein Sohn, Pater Simeon, der Pfarradministrator in der Pfarrei St. Martin in Neukirchen bei St. Englmar ist, mit einem Chor anreisen wird.

Absolute Sternstunde in Rupprechts Leben war, als er am 21. Mai 1957 seine Ehefrau Rita in der Wallfahrtskirche auf dem Fahrenberg heiratete, mit der er in zwei Jahren diamantene Hochzeit feiern kann. Zur großen Freude von Rupprecht war zu seinem 85. Geburtstag seine einzige Cousine mütterlicherseits, Dr. Vera Schwarz aus Leipzig angereist. Augustinerpater Pius, ein enger Freund der Familie, übermittelte schon am frühen Morgen die besten Glückwünsche. Dekan Alexander Hösl, Bürgermeister Andreas Wutzlhofer sowie dritter Bürgermeister Johann Gollwitzer reihten sich in die lange Schlange der Gratulanten ein.
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