Betonriese schützt vor Fluten

Zentimeterarbeit war gefragt, als sich der 13 Tonnen schwere Abwasser-Schacht-Koloss in die Baugrube senkte. Dietmar Hammerl, Außendienstleiter Karl Frey, Auszubildende Anna-Lena Grötsch, Juniorchef Sebastian Baumer, Polier Erich Frisch und Bürgermeister Andreas Wutzlhofer (von links) waren froh, als der Betonriese eingelassen war. Bild: dob

Der nächste Starkregen kommt bestimmt. Die Anwohner der Rosenstraße und der Weidener Straße können jedoch aufatmen und brauchen sich bei Unwettern keine Szenarien mit herannahenden Fluten, vollgelaufenen Kellern und überschwemmten Hausfluren mehr vorzustellen.

Immer wieder war dieses Thema von betroffenen Anwohnern in Bürgerversammlungen gebetsmühlenartig vorgetragen worden. Die Schäden waren trotz eingebauter Rückstauklappen nicht gering. Zusätzliche Hausanschlüsse angrenzender neuer Wohngebiete überforderten den Kanal. Die Stadt handelte und startete nun nach erfolgter Planung durch die Bamler Bauingenieur GmbH Vohenstrauß, die auch die Bauleitplanung übernimmt, die Maßnahme.

13 Tonnen schwer

Am Mittwoch setzten die Arbeiter der Baufirma Michael Baumer aus Oberviechtach mit einem Autokran einen 13 Tonnen schweren und zwei Meter breiten Betonschacht in der Altenstadter Straße auf die vorbereitete Erdsohle ein. Seit Montag laufen die Arbeiten zur Kanalauswechslung, nachdem die Firma Baumer nach etwa zwei Monaten die Maßnahme in der Bahnhofstraße abschloss. Jetzt rückte die Baustelle ortsauswärts auf Höhe des ehemaligen Seltmann-Geländes weiter.

Das schöne Herbstwetter kommt den Tiefbauern, die sich durch die Straßenzüge buddeln und baggern, gerade recht. Wie lange noch, bleibt abzuwarten. "Fertiggestellt wird die Baumaßnahme aber in diesem Jahr sowieso nicht mehr", informierte Dietmar Hammerl von der planenden Firma, als er Bürgermeister Andreas Wutzlhofer und Außendienstleiter Karl Frey die Installation des riesigen Schachts erläuterte.

Sollte jetzt ein gewaltiger Regenguss kommen, würde sich das Wasser über einen Sammelschacht gleich nebenan auf den Seltmann-Park-Wiesen ausbreiten können. Das sei mit den Besitzern abgesprochen. Auf dem Gelände befindet sich eine Weiheranlage, und deshalb könne das Überlaufwasser auch kein Schaden anrichten.

Zeitnah, vermutlich schon im kommenden Jahr, sollen der Kanalausbau sowie die Auswechslung der alten Rohre über die Buchengasse und den Seltmann-Park vorangetrieben und dann vollendet werden, stellte Wutzlhofer unter Vorbehalt in Aussicht. Die Baukosten bezifferte der Rathauschef mit der bereits erfolgten Kanalerneuerung in der Bahnhofstraße auf knapp 401.343 Euro, ohne Nebenkosten.

Allein die Kosten für die Strecke von der Rosenstraße in die Weidener Straße betragen (ebenfalls ohne Baunebenkosten) rund 270.000 Euro. Die alten Kanalrohre (DN 300 bis 450 Millimeter) werden durch Stahlbetonrohre in der Größe DN 800 bis 1100 Millimeter ersetzt, berichtete Hammerl. Im Ortsteil werden im Zuge der Maßnahme rund 230 Meter neue Abwasserrohre verlegt. Außerdem müssen die Arbeiter in diesem Abschnitt acht größere Schächte mit mehr als 1,20 Meter Durchmesser einbauen.

Verkehrsbehinderungen

Der größte Betonschacht mit zwei Metern an der breitesten Stelle ist somit bereits am Mittwoch an Ort und Stelle durch die Regie von Polier Erich Frisch eingesetzt worden. Juniorchef Sebastian Baumer verfolgte die Einbauaktion ganz genau. Im Baustellenbereich ist, besonders in Stoßzeiten in der Altenstadter Straße, mit leichten Verkehrsbehinderungen zu rechnen.
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