Bunt und solidarisch

Mit einem feierlichen Gottesdienst begann die Versammlung des KAB-Diözesanverbandes Regensburg. In der Pfarrkirche Heilige Familie gedachten KAB-Diözesanpräses Monsignore Thomas Schmid und Vertreter der 17 Kreisverbände der verstorbenen Mitglieder, darunter Präses Josef Gebhardt.

So bunt wie die KAB-Banner, die bei der Messe den Altar umsäumten, so solle auch die Arbeit der Katholischen Arbeitnehmerbewegung sein. Jeder solle in einer stillen Minute darüber nachdenken, wo seine Stärken schon Früchte getragen haben. Menschen Hilfe zu geben sei, die Motivation ihrer Arbeit, sagte Schmid. "Im Hilfesuchenden erkennen wir Gott und begegnen Christus". Denn genau da stehe jedem der Herr gegenüber.

Zu Beginn der Ausschusssitzung im Pfarrheim überreichte Diözesanpräses Schmid an den neuen Seelsorger der Pfarrgemeinde Altenstadt die Ernennungsurkunde zum KAB-Ortspräses. Als Anerkennung für seine bisherige 15-jährige Tätigkeit als Präses überreichte Monsignore Schmid an Markus Nees auch die rote Ehrennadel. "Jetzt gibt es kein Entrinnen mehr", schmunzelte Schmid. Pfarrer Nees sagte, er freue sich auf die Arbeit in der neuen Pfarrgemeinde.

Einen Einblick in die Rententhematik versuchte Referent Josef Kress-del Bondio mit seinem Grundsatzreferat "Mindestsicherung durch die Rentenversicherung?" zu geben. Der Fachmann von der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd München warf erst einmal einen Blick zurück. Wie in einem Prognose-Gutachten aus dem Jahr 1987 angenommen, haben sich die Geburtenzahlen halbiert und die Lebenserwartung sei gestiegen. Somit gebe es immer weniger Beitragszahler, dafür aber mehr Leistungsempfänger.

Eingangsalter sinkt

Das durchschnittliche Renteneingangsalter sei auf 59 Jahre abgesunken, die Rentenlaufzeiten hätten sich verlängert. Dies habe höhere Beitragssätze zur Folge gehabt. Mit Reformmaßnahmen sei der Gesetzgeber tätig geworden. Beispiele: Anhebung der Altersgrenzen und Abschläge, Modifikation der Rentenberechnungs- und Anpassungsformel, Einführung der Erwerbsminderungsrente, gekürzter Berechnungssatz der Hinterbliebenenrente von beitragsfreien Zeiten, voller Beitragssatz für Rentner zur Pflegeversicherung und Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung.

Durch den Einbau von Dämpfungsfaktoren gehe es in Zukunft nur mehr mit zwei weiteren Säulen, der betrieblichen und privaten Zusatzversorgung. Das Renten-Netto-Niveau könne mit der Lohnentwicklung nicht mithalten und werde absinken. Die Empfänger der Grundsicherung stiegen bei über 65-Jährigen stetig an.

Zur solidarischen Lebensleistungsrente gebe es noch viele offene Fragen, so das Fazit des Rentenexperten. Die Modelle der gesetzlichen Rentenversicherung seien nicht zielgenau. Freibetragsmodelle seien effektiver und könnten besser Anreize zur Vorsorge schaffen, Freibetragsregelungen in der Grundsicherung führten zum Anstieg der Empfänger.

Eigenes Modell

Mögliche Lösungen dafür könnten sein eine Kombination von Grundsicherungs- und gesetzlicher Rentenversicherungs-Ansätze sowie anrechnungsfreie Ergänzungsleistungen für Grundsicherungsbezieher. Auch die katholischen Verbände favorisieren ein eigenes, solidarisches und gerechtes Rentenmodell. Dieses basiert auf der Drei-Stufen-Sockelrente, der Arbeitnehmer-Pflichtversicherung sowie der betrieblichen und privaten Altersversorgung.

In nichtöffentlicher Sitzung verabschiedeten die Mitglieder die Resolution "Stop für die Freihandelsabkommen TTiP, CETA und TiSA". Die Mandatsträger von der kommunalen bis zur europäischen Ebene fordert die KAB auf, sich ebenfalls gegen die Unterzeichnung der Handelsverträge zu positionieren.
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