Extrem aufregend

Man muss das Leben von Michael Snehotta nicht als nachahmenswert empfinden. Langweilig ist und war es aber keinesfalls. Beim Vortrag in Altenstadt belegte er auch jede noch sein steile Erzählung mit Bildern die zeigen, dass er sich immer etwas zugetraut hat. Bild: sbü

Höhen und Tiefen im Leben haben Michael Snehotta zu dem gemacht was er heute ist: Sportler, aber auch Lebenskünstler. Wie er all dies geschafft hat, erzählte er im Sportheim.

Michael Snehotta bezeichnet sich selbst als "Abenteuersportler". Doch das ist für sein Leben fast eine Untertreibung. Einer seiner Sponsoren, die Firma "forever" hatte ihn nach Altenstadt eingeladen. Die zahlreichen Zuhörer erlebten eine unglaubliche Geschichte eines Menschen, der tiefe existenzielle Krisen, aber auch euphorische Höhen erlebt hat.

Die lange sportliche Vita Ereignisse lässt eigentlich auf einen älteren Herrn schließen. Aber Snehotta ist erst 41 Jahre alt und hat viele Jugend- und Krankheitsjahre auch ohne Sport hinter sich. Dennoch bringt er es auf 288 Marathons, Ultra- und andere Extremläufe. Bei seinem Vortrag ähnelt der 1,66 Meter große Mann nur wenig dem Klischee eines Asketen, der nur aus Haut und Knochen besteht.

Höher, weiter, länger

Doch anhand von Bildern zeigt er, dass sein letzter Extremlauf von 18 000 in sechs Tagen überwundenen Höhenmetern auf 203 Kilometer beim "last-secret"-Lauf im Himalaya-Staat Bhutan" erst Anfang Juni stattgefunden hat. Nächstes Ziel ist ein 600-Kilometer-Lauf in Transsilvanien.

Für die überwiegend sportbegeisterten Zuhörer des Vortrags schwer vorstellbar, doch die vielen Bilder der bisherigen Etappen machen Snehottas neues Vorhaben durchaus plausibel. Der Mann mit dem russischen Namen verbindet Sport ganz eng mit seiner Lebensphilosophie. Sie basiert auf dem Zusammenhang zwischen dem Überschreiten angeborener Leistungsgrenzen und mentaler Befindlichkeit.

Deswegen formuliert er Sätze wie "Kennst du dein Ziel, ergibt sich auch der Weg" oder "Das Leben beginnt am Ende der Komfortzone". Und weil er damit auch andere überzeugen will, praktiziert er unter anderem als Motivationstrainer. Ferner ist er ausgebildeter Ernährungsberater und gelernter Bäcker sowie Altenpfleger. Sechs Jahre diente er bei der Bundeswehr, unter anderem im Kosovo. Nebenbei habe er ein Jahr in Berlin wie "im Buch der Kinder am Bahnhof Zoo" gelebt.

Doch erschüttert hat seine Lebensgeschichte hauptsächlich aufgrund der überwundenen Krankheiten: Hautkrebs, Operationsfehler, Knochen-Transplantationen, 4 Metallplatten und 24 Schrauben in Gesicht und Körper, künstliche Ernährung und ein chirurgischer Eingriff mit 50:50-Überlebenschance.

Vor der letzten risikoreichen Operation habe er seiner Frau und den beiden Töchtern das Versprechen gegeben, "wenn ich überlebe, möchte ich beim härtesten Wettkampf der Welt finishen". Dies hat er dann auch bei dem 610-Kilometerrennen "The Track-Australia" geschafft.

Rückschläge als Geschenk

Kurze Zeit später kam das "Sibirien-Black-Ice-Race bei minus 51 Grad Kälte dazu. Und aus solchen Leistungserfolgen nach Lebenskrisen, auch mit Suizid-Gedanken, heraus entwickelt Snehotta dann immer wieder seine Motivations-Botschaften. "Rückschläge im Leben sind für mich ein Geschenk".

Auch hätten die Ärzte ihm nach seinen Operationen das Laufen strengstens untersagt, berichtete er. Und dass er mit viel Prominenz wie Ex-Ministerpräsident Günter Beckstein oder Karl-Heinz Rummenigge verkehre, bewies Snehotta mit Fotos und den dazugehörigen Geschichten. Bilder gab es auch von gemeinsamen Extremläufen mit Joe Kelly.
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