Frauenforum organisiert Autorenlesung und Diskussion über Herausforderungen im Alltag
Immer noch kompliziert: Frau und Beruf

Wie können Schwestern nur so verschieden sein? Aber die Blutsbande will nun mal, dass sich Maxi, die mit Mann und Kindern im Einfamilienhaus in Süddeutschland wohnt, um ihre exzentrische Schwester Sibylle kümmert, die mit Kindern und dem spießigen Alltag so gar nichts am Hut hat. Dafür trägt sie ein fiependes Handtaschenhündchen mit sich herum und genießt den Luxus, einen erfolgreichen Partner samt coolem Loft in Köln zu besitzen.

Bis der sie plötzlich austauscht gegen eine andere. Hals über Kopf zieht Sibylle bei Maxi ein, die sie gerade gar nicht brauchen kann. Davon handelt Sonja Liebschs Roman "Wadenbeißer". Daraus las sie auf Einladung des Frauenforums der Stadt Weiden und des Landkreises in der Altenstädter "Wirtschaft". Wie beim Erstling kreiste vieles um das Thema Mütter, Familie und Arbeit. Die Gleichstellungsbeauftragten Monika Langner, Barbara Mädl und Margot Salfetter baten anschließend zur Diskussion.

Besonders das Thema Erziehungsgeld eröffnete kontroverse Ansichten. Im öffentlichen Dienst sei es etwas leichter, dass auch Männer kurzzeitig die Kinder betreuten, während in der freien Wirtschaft die Angst um die Karriere dominant sei. Bei beiden Geschlechtern zeige sich, dass nach zwei bis drei Jahren Erziehungspause der Wiedereinstieg in den Beruf große Schwierigkeiten bereite. Mädl sieht besonders bei kleineren Betrieben positive Ansätze. Leider fehle die Akzeptanz in der Bevölkerung. Das Thema Familie, also Mutter und Hausfrau, sei noch immer negativer besetzt als die Arbeit einer Karrierefrau. Sonja Liebsch fügte an, dass sie die Erfahrung gemacht habe, dass die Leute sie schon argwöhnisch ansähen, wenn sie samt Familie in ein Museum gehe.

Als weiteren Hemmschuh für Frauen im Beruf erkannten die Anwesenden die unterschiedliche Kultur der Zusammenarbeit bei Männern und Frauen. Männer bildeten oft Seilschaften und Netzwerke, träfen sich auch nach der Arbeit auf ein Bier, während Frauen sich untereinander die Karriere neideten.
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.