Geschichten aus der Altenstädter Geschichte
Blick zurück

Gut 30 Gemeindebürger folgten der Einladung der SPD um ihren Vorsitzenden Konrad Merk zur Führung durch das Altenstädter Museum. Sie sollten nicht enttäuscht werden: Mit profundem Fachwissen führte Heimatpfleger Jörg Krämer die Gäste durch die Altenstädter Geschichte von der Frühzeit bis ins 20. Jahrhundert. Insbesondere überraschte er mit einigen Erkenntnissen, die nicht allgemein bekannt waren.

So wird beispielsweise davon ausgegangen, dass die Vorgängersiedlung des heutigen Altenstadt, das so genannte Traindorf, nicht im heutigen Siedlungsbereich, sondern vielmehr auf der "Hohen Straße" auf der Anhöhe in Richtung Windischeschenbach lag. Dies legen urkundliche Erwähnungen nahe, in denen die damaligen Neustädter Besitzungen in Richtung Windischeschenbach als bis zu der Stelle reichend beschrieben werden, "wo früher noch Häuser standen".

Auch das Wirken der Adelsfamilie von Heideck gehört sicherlich zu den noch wenig beleuchteten Kapiteln der Altenstädter Geschichte, wie auch der gesamten Region. Georg von Heideck, der im Dienste des Pfalzgrafen Ottheinrich stand und dem die Herrschaft über Störnstein-Neustadt oblag, schloss sich um die Jahre 1538-1540 der Reformation an und blieb bis an sein Lebensende ein streitbarer Protestant. Es ist anzunehmen, dass auch dieser Umstand die Entwicklung des Protestantismus in der Region begünstigte, wobei allerdings lutherische Pfarrer in Altenstadt/Neustadt erst ab 1565 nachgewiesen werden können.

Auch zur Glasindustrie in der Region wusste Heimatpfleger Krämer etwas zu sagen. So geht beispielsweise der Name der Firma Beyer & Co. auf den Landwirt und Viehhändler Franz Beyer zurück. Dieser stellte seinen Grund für den Aufbau der Firma zur Verfügung und fungierte mit dieser Einlage als "stiller Teilhaber", während die Firma selbst von den Brüdern Johann, Baptist und Ernst Kraus geleitet wurde.

Nach dem Ende der Führung wurden die Museumsbesucher eingeladen, die zahlreichen Ausstellungsstücke sowie die multimedialen Präsentationen selbst zu erkunden, und so mancher konnte sich in den ehemaligen Klassenfotos und Vereinsbildern wiederentdecken. Alles in allem war der Besuch eine höchst spannende und unterhaltsame Entdeckungsreise.
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