Hauptschule baut "Mathematik-Werkstatt" auf - Verein "Hardware4Friends" stiftet PC
Lehrer als "Handwerker"

Die PISA-Studie liegt besonders den Lehrern noch schwer im Magen. Vor allem in Mathematik gerieten deutsche Schüler ins Schleudern. Deshalb ergriffen die Pädagogen der Hauptschule die Initiative und gründeten eine "Mathematik-Werkstatt".

"Den Kindern fehlt es einfach an Vorstellungsvermögen", weiß Konrektor Karl Haubner. Kein neues Phänomen: "Wir haben uns fünf Jahre an dem bundesweiten Versuch "SINUS" beteiligt, um so die Mathe-Schwächen der Schüler auszumerzen und ihre Leistungen zu verbessern."

Doch damit allein wollte sich auch Schulleiter Walter Sailer nicht zufrieden geben. Mit schulisch-aufbereitetem Material sollte zu Ergebnissen gelangt werden, die den Schülern im wahrsten Sinne des Wortes begreiflich gemacht werden könnten. So entstand die Idee der "Mathematik-Werkstatt", die im regulären Unterricht integriert wird. Laut dem Konrektor steht den Schülern Material mit unterschiedlichen Leistungsanforderungen zur Verfügung, entsprechend deren Leistungsstand. Das handlungsorientierte Lernen rücke in den Vordergrund.

Zuschlag bekommen

"Die Hauptschule in Pfaffenhofen hatte das schon. So etwas in der Art, wollten wir auch haben. Nur noch besser", erklärt Förderlehrer Walter Fuchs. Da kam ihnen die Ausschreibung von "Hardware4Friends" gerade recht: "Darauf haben wir uns gemeldet und den Zuschlag bekommen. So eine ,Mathe-Werkstatt' ist eben nicht alltäglich." Der Verein stattet Schulen mit Hardware aus. Das Geld dafür stammt aus den Einnahmen der Computerkurse, die "Hardware4Friends" regelmäßig anbietet. Insgesamt drei Computer und Drucker für Lernprogramme hat der Verein gesponsert.

Bei aller Euphorie galt es aber auch, Rückschläge wegzustecken: "Die ,Mathe-Werkstatt' sollte möglichst flott realisiert werden, aber nicht alles lief so, wie wir es uns vorgestellt haben", gibt Haubner zu. Vor allem unterschätzten die Pädagogen den Zeitaufwand, da die meisten Arbeitsmittel selbst hergestellt werden müssen. So bastelten die sie beispielsweise Modelle aus Holzquadern, schafften Domino-Steine heran und fertigten geometrische Figuren wie Zylinder.

Und nach der Vergabe der Zwischenzeugnisse geht die Arbeit weiter: "Wir wollen alles nicht nur einmal, sondern in sechsfacher Ausführung, damit die Kinder und Jugendlichen auch in Gruppen arbeiten können", erklärt Fuchs. Er glaubt aber, dass "wir die ,Mathe-Werkstatt' auf jeden Fall noch in diesem Schuljahr einweihen werden." Doch damit ist das Projekt nicht beendet: "Das ist ein fortlaufender Prozess. Das Ganze muss sukzessive aufgebaut werden." Und dabei ziehen alle an einem Strang. Auch die Schüler und Systemberater Georg Brunner, der die PC eingerichtet hat.

Geometrie Schwerpunkt

Der Schwerpunkt bei der "Mathe-Werkstatt" liegt eindeutig in der Geometrie. Der dafür vorgesehene Schrank für die Arbeitsmaterialien ist schon proppenvoll, auch wenn Fuchs merkt, dass schon wieder ein paar Teile fehlen: "Die haben sich wohl gerade ein paar Lehrer ausgeliehen. Aber so soll es ja auch sein. Wenn ein Teil in drei Jahren verschlissen ist, dann wissen wir, dass es gut war."