Mannhafter Vorreiter

Dominik Baschnagel ist auf dem Weg zur bekanntesten Blondine des fast 1000 Mitglieder starken Kreisverbands der Frauen-Union. Bild: privat
Seit kurzem hat die CSU eine Frau mehr in Führungspositionen. Dominik Baschnagel , Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat, ist der Altenstädter Frauen-Union in der Jahreshauptversammlung beigetreten. "Er ist damit der erste Mann im Kreisverband, der die neue Fördermitgliedschaft in Anspruch nimmt", freut sich FU-Kreisvorsitzende Tanja Schiffmann .

Das ist nach einem Parteitagsbeschluss seit 1. Januar möglich - Gender-Mainstreaming à la CSU. Baschnagel steht tapfer zu dem Schritt: "Pioniere braucht das Land. Noch nie habe ich als Reaktion auf eine Versammlung so viele Anrufe bekommen wie diesmal", sagt der 32-Jährige.

Ungefähr 20 waren es, vor allem von Männern. "Die Reaktionen reichten von ,Spinnst jetzt' über Frotzeleien bis zu ,Bravo'." Die meisten seien überaus wohlwollend gewesen, "Aber mein Vater hat mich schon gefragt, ob ich überall dabei sein muss."

Als Karrieresprungbrett hilft die Frauenkarte dem Büroleiter von Petra Dettenhöfer nicht weiter. "Ich kann damit keinen Listenplatz oder eine Quote beanspruchen", lacht er. Dafür darf er jetzt Mitgliedsbeitrag bei der Frauen-Union zahlen. "Das mache ich gerne, weil ich ihre Arbeit gut finde." Damit meint Baschnagel unter anderem den alljährlichen großen Fasching mit behinderten Kindern auf Kreisebene oder die Seniorenveranstaltungen der Altenstädterinnen.

Spannend dürfte die Frage werden, ob sein FU-Ortsverband ihn für eine Veranstaltung als Kuchenbäckerin verpflichtet oder um eine Weihnachtsbastelei für einen Basar bittet. Das wäre dann die nächste Pionierleistung.
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