Neue EU-Bestimmungen - Landwirte in Schwierigkeiten
Düngen mit Maß

Vom 1. Januar 2015 an sind Landwirte laut EU-Agrarreform dazu verpflichtet, fünf Prozent ihrer Ackerfläche als ökologische Vorrangflächen auszuweisen. In der Gebietsversammlung des Bayerischen Bauernverbands (BBV) im Gasthof "Schloßwirt" versuchten BBV-Kreisobmann Josef Fütterer und Fachberater Klaus Gieler, Licht in die neuen Bestimmungen zu bringen. Eines ist klar: Der Bürokratie-Wahn nimmt eher zu als ab.

Ausführlich nahm Fütterer auch die Novelle der Düngeverordnung in den Blick. Die gesetzliche Obergrenze von 170 Kilogramm pro Hektar für Gesamtstickstoff gilt für alle Betriebe. Die deutliche Ausweitung der Sperrfrist könnte manchem Landwirt ernsthafte Schwierigkeiten bereiten. Bisher sollten Güllelager mindestens sechs Monate reichen. Neu soll eine Kapazität für neun Monate vorgehalten werden, erklärte Fütterer. Schließlich sprach der Kreisobmann auch den geplanten Ostbayernring an, den der Netzbetreiber Tennet auf dem Gebiet der Landwirte aus dem Landkreis Neustadt/WN bauen will. "Investoren wollen ihren großen Reibach machen und uns Landwirten was andrehen."

Stadtrat Josef Maier riet wegen der hohen Nitratbelastungen seinen Kollegen, die neuen Bestimmungen der Düngeverordnung unbedingt einzuhalten, da selbst die Stadt Vohenstrauß große Probleme bei ihren gemeindeeigenen Brunnen habe, die eben wegen zu hoher Nitratbelastungen aufgegeben oder vom Wassernetz weggeschaltet werden müssen. "Wasser ist unser höchstes Gut."

Zudem sollten Landwirte an der Imagepflege ihres Berufsstandes arbeiten. Wünschenswert wäre es, die Bevölkerung für den erheblichen Aufwand der Bürokratie in der Landwirtschaft zu sensibilisieren, dann verstünde man besser, wie hart Landwirte für ihre staatlichen Förderungen arbeiten. "Dem Bürokratie-Wahnsinn müssen wir uns stellen", erkannte Robert Stahl, Vorstand der Raiffeisenbank.
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