Nur die Haudegen packen an

Der Kreisfischereiverein 1881 Vohenstrauß setzt weiterhin auf Johann Dittmann (vorne, Zweiter von links) als Vorsitzenden. Martin Puff (vorne, Zweiter von rechts) unterstützt ihn dabei nach besten Kräften. Werner Bank (links) und Richard Koller (rechts) kümmern sich um das Finanzielle und das Schriftliche im Verein. Bild: dob

Zur Jahreshauptversammlung des Kreisfischereivereins 1881 Vohenstrauß strömten die Mitglieder. Unter anderem standen Neuwahlen an. Doch wenn es ums Helfen geht, bleiben die Fischer oft fern, kritisiert Vorsitzender Johann Dittmann.

71 Mitglieder kamen in den Gasthof "Grüner Baum". "Entweder wir haben alles richtig gemacht oder die Mitglieder sind da, um uns eine Standpauke zu halten", vermutete Vorsitzender Johann Dittmann wegen des Andrangs. Drei Stunden lang tagten die Fischer. Auch Ehrungen standen auf dem Programm.

Wichtige Einnahmenquelle

Was dem Verein fehlt, sind Helfer für Einsätze. Seit Jahren seien es immer die gleichen Leute, die sich engagierten, kritisierte der Sprecher. Der Karfreitags-Fischverkauf - längst fester Bestandteil - ist finanziell eine wichtige Einnahmequelle. Doch der Stress für ein paar Unentwegte ließe sich entzerren, würden nur drei bis fünf Mann mehr mitarbeiten. Gleiches gelte für die Nistkastenaktion. Heuer stehe das Reinigen der Vogelbehausungen an.

Leider sei es unumgänglich gewesen, die Gebühr für die Jahreserlaubnisscheine zu erhöhen. Gründe waren die Anpachtung neuer Vereinsgewässer und die teils massiv gestiegenen Satzfischpreise. Beim artenreichen Besatz wolle der Verein jedoch keinesfalls Abstriche machen, begründete der Vorsitzende. Ab sofort gelte eine einheitliche Regelung für die Tageskartenangler. Es gebe keinen Unterschied mehr zwischen Gastangler und Mitglied. Die Gewässerstrecke beginne neu an der Straßenbrücke Gröbenstädt und ziehe sich bis Böhmischbruck und betreffe auch den Rastweiher in Gröbenstädt.

Beim alljährlichen Fischerfest zeichne sich das gleiche Bild wie an allen anderen Veranstaltungen. "Meine Mitglieder kann ich an der Jahreshauptversammlung per Handschlag begrüßen, aber meine Vorgabe 30 Helfer zu finden, schaffen wir alle Jahre nur knapp", erklärte Dittmann. Er gab zu bedenken, dass viele Helfer 70 Jahre oder älter seien und von morgens bis abends unermüdlich helfen würden. "Meinen Respekt für diese treuen Haudegen." Beschämend und enttäuschend zugleich sei für ihn die Tatsache, dass die jüngeren Mitglieder meist durch Abwesenheit glänzten. Die Einnahmen aus den Veranstaltungen würden helfen, das Fischerhobby bezahlbar zu halten.

Noch dazu war das vergangene Fischerfest am Gröbenstädter Weiher eines der besten, das der Verein je hatte, was sich laut Kassier Werner Bank finanziell niederschlug. Heuer wollen die Verantwortlichen bereits am Samstagnachmittag beim Fischerfest einen Anglerflohmarkt veranstalten und so das Interesse zusätzlich ankurbeln. Für das Hegefischen gelte der gleiche Wunsch des Vorsitzenden: eine stärkere Beteiligung der Aktiven. Ein weiteres Problem stellen für den Verein Fischotter und Kormoran dar. "Unsere Teichwirtschaft in der Oberpfalz ist ein Kulturgut und das seit Jahrhunderten. Momentan geht diese Kultur auf Krücken", sagte der Vorsitzende.

Kormorane eine Plage

Kormoranbeauftragter Rainer Hartmann, der die Vögel von September bis März registriert und meldet, entdeckte oft bis zu 40 Tiere. "Das ist eine große Plage und da tut dir das Herz weh, wenn plötzlich 40 schwarze Vögel kommen", sagte Dittmann. Hochgerechnet dezimieren diese Vögel immens die Fischbestände des Vereins. "Naturschützer meinen dann, dieses Tier zum 'Vogel des Jahres' küren zu müssen", kritisierte der Vorsitzende.

Doch auch Positives berichtete er: So konnte der Pachtvertrag für das Bodenmühl- und für das Lohma-Gewässer verlängert werden. Die Pachtpreise wurden nicht erhöht. Nach zähen Verhandlungen sei es dem Verein gelungen, ein weiteres Teilstück der Pfreimd anzupachten, von der Hammermühle bis zum Wehr Strehbergmühle. Dadurch könne die Pfreimd jetzt durchgängig vom Wehr Finstermühle bis zum Einlauf Uchabach in Böhmischbruck gefischt werden. Der neue Abschnitt Balk-Gewässer sei jedoch nur mit Jahreskarte zu befischen, betonte Dittmann.

Sieglinde Blöderl, Waltraud Häusler und Wilma Zitzmann nannte Dittmann die "drei Damen vom Grill", auf deren Hilfe der Verein nicht verzichten könnte. Mehrere Neumitglieder schrieben sich ein.
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.