Quote zu 100 Prozent erfüllt

Bruder Michael (Eismann) verstand es, die Tradition der hervorragenden Starkbierreden fortzusetzen. Mit Spitzen gespickt persiflierte er regionale und überregionalen Themen der Tagespolitik und der Gesellschaft. Bild: adj

Dunkles Bier, zünftige Musik und starke Sprüche. Das Erfolgsrezept ist einfach. Seit 18 Jahren ist das Starkbierfest der Weiß-Blau Kegler ein Höhepunkt in der Fastenzeit. Auch in diesem Jahr wurden die Gäste nicht enttäuscht.

Bruder Michael (Eismann), der auch als neuer Autor für den Inhalt verantwortlich ist, verstand es, die Besucher in seinen Bann zu ziehen. Mit tosendem Beifall belohnten über 150 Gäste die mit Pointen gespickte Rede. Bereits bei der Eingangslitanei antworteten sie lautstark mit "Wir begrüßen Dich", "Nix für uns" oder "Brauch ma niad".

Die SPD, spottete Bruder Michael, sei die einzige Partei im Ort, deren Kandidatinnen zu 100 Prozent in den Gemeinderat gewählt worden seien. Powerfrau Elfie Gierlinger erfülle die Frauenquote vorbildlich. Annett Kamm (CSU) habe im Wahlkampf Kämme verteilt und auf dem Nummernschild ihres Auto stehe "Boda". Eine Friseuse sei sie aber dennoch nicht. "Zumindest hat sie die Wahlniederlage besser verdaut als ihr Vorgängerkandidat."

Optisch ansprechend

Dass Konrad Adam hinter der CSU-Kandidatin lag, schrieb der Prediger der Tatsache zu, dass Adam im Zweitberuf als "legalisierter Raubritter" im Auftrag des Staates unterwegs ist. Die Hauptgründe zur Wiederwahl von Bürgermeister Ernst Schicketanz sah Bruder Michael in seiner Nähe zum Bürger und dem lockeren Auftreten gepaart mit optisch ansprechenden Gesichtszügen und einem nahezu perfekten Body. Die Verzögerungen bei der Turnhallensanierung der Grundschule, sei neben vielen anderen Dingen, die der Rathauschef auf den Weg gebracht habe fast schon normal - zumindest zeige dies der Blick nach Berlin zum Bau des Flughafens.

Der Traum vom IT-Standort "Sauernlou", mit Ansiedlungen von Apple, Google oder Facebook gehe einher mit dem Bau eines eigenen Flugplatzes mit Transrapid-Anbindung und einem ausgelagerten Festplatz im Ortsteil Neustadt.

Auch der Begrüßung des 100 000. Einwohners durch den "Oberbürgermeister Schicketanz" stehe dann nichts mehr im Wege. Die eventuellen Ambitionen von Politologe Dominik Baschnagel auf den Bürgermeistersessel kommentiert der Fastenprediger mit dem Blitzgedanken "Den Bock zum Gärtner machen"! Böse Zungen behaupten, ihn schon mit Strohhut und Schürze in den Gewächshäusern seiner Angetrauten gesehen zu haben.

Waffen gegen Feuer

Damit der Kauf eines neuen Feuerwehrauto nicht an der Mannschaftsstärke der Aktiven scheitert, empfahl der Redner dem Wirt und Feuerwehrreferenten Jürgen Füßl, er solle seine Bleispritze gegen die Wasserspritze tauschen. "Bekämpfe lieber das wilde Feuer statt das Wild im Wald."

Für den Brauer Eismann empfahl der Fastenprediger eine Kollekte, damit der seine Kapazität ausbauen könne. Dann gehe bei den nächsten Festen das Bier nicht schon nach zwei Tagen aus. "Leider hat mir der Veranstalter verboten, schon heute zu sammeln."

Die Mitglieder von Weiß-Blau sorgten dafür, dass der Gerstensaft, andere Getränke und Speisen immer rechtzeitig auf den Tischen standen. Für zünftige bayrische Musik sorgte die "Waldnaabtaler Bauern-Musi".

Die ganze Rede können Sie rechts oben neben diesem Artikel herunterladen.
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