Streiter für humane Arbeitswelt

Aus der ganzen Oberpfalz waren verdiente Gewerkschafter zur Jubilarehrung des Verdi-Ortsvereins Weiden und Region angereist. Bild: adj

Den obligatorischen "Schluck aus der Pulle" bei Tarifverhandlungen forderte die Gewerkschaft Verdi auch bei ihrer Jubilarehrung in Altenstadt. Doch die Arbeitnehmervertreter haben noch viel mehr vor.

Im Saal der "Wirtschaft" bekamen am Freitagabend Dutzende Mitstreiter Geschenke für 75, 65, 60, 50, 40 und 25 Jahre Mitgliedschaft im Ortsverein Weiden und der Verdi-Region Oberpfalz. "Die Arbeitswelt sähe anders aus, wenn es die Gewerkschaften und die treuen Mitkämpfer nicht gegeben hätte", unterstrich Regionsvorsitzender Oskar Salfetter. Der Wandel in der Gesellschaft und absolutes Profitstreben einiger erforderten starke Arbeitnehmervertreter.

DGB-Sprecher Helmut Fiedler prangerte den vielzitierten Durchschnittslohn von etwa 3400 Euro an. "Es stellt sich die Frage, was Großverdiener einstreichen, damit dieser Durchschnitt erreicht wird. Ich kenne viele, die weit weniger verdienen."

Mindestlohn kein Jobkiller

Landesfachbereichsleiter Anton Hirtreiter ging auf aktuelle Entwicklungen ein. Wegen 8,50 Euro Mindestlohn seien keine Arbeitsplätze ins Ausland verlagert worden. Trotz aller Unkenrufe seien dadurch neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstanden. Sicher reiche die Höhe noch nicht aus. Es gelte, weiterzukämpfen. Nicht hohe Löhne, sondern Betrügereien wie von VW gefährdeten den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Hirtreiter bezeichnete die Tarifauseinandersetzungen bei den Sozialdienstleistenden und der Post als Erfolgsgeschichte. Ein Erlebnis sei die Großdemonstration in Berlin gegen die Freihandelsabkommen TTiP und Ceta gewesen. Durch diese Verträge bekämen einige wenige Weltkonzerne das Sagen. "Wir wollen nicht, dass unsere demokratischen Rechte eingeschränkt werden. Unsere Kinder sollen in den Schulen und Kindergärten keinen weltmarktüblichen Regularien unterworfen sein", meinte Hirtreiter. Wer einer der größten Rüstungsexporteure der Welt sei, brauche sich nicht zu wundern, wenn Menschen aus Kriegsgebieten nach Deutschland flüchten", sagte er zur Asyldebatte. "Wer vor Krieg und Hunger flieht, ist politisch verfolgt, Wirtschaftflüchtlinge sind diejenigen, die in die Schweiz ziehen, weil sie weniger Steuern zahlen." Salfetter, Alexander Gröbner und Anton Hirtreiter überreichten den Jubilaren Geschenke und Urkunden.
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