Symbol des Zusammenhalts

Die restaurierte Fahne der Altenstädter Feuerwehr erhielt am Pfingstsonntag den Segen durch Stadtpfarrer Peter Peischl und Kaplan Sebastian Scherr (von links). Mit dabei waren die Festbraut von 1954, Apollonia Burger, und die Fahnenbraut von 1969, Annemarie Schwägerl (von rechts). Bild: dob

Die Segnung der restaurierten Fahne der Altenstädter Feuerwehr weckte auch Erinnerungen an die Feste von 1954 und 1969. Denn zwei maßgeblich Beteiligte von damals waren anwesend.

Mit dem heiligen Florian im Rücken und vor dem mit Blumen geschmückten Dorfkreuz ließen die Feuerwehrleute im Beisein vieler Vereinskameraden aus den sieben Ortsteilwehren und der örtlichen Vereine ihre restaurierte Fahne segnen. Nicht fehlen durften die Festbraut von 1954, Apollonia Burger, und die Fahnenbraut von 1969, als die jetzige Fahne installiert wurde, Annemarie Schwägerl.

Neues Prunkstück

Über die Buchengasse schlängelte sich der Festzug zum Segnungsort, angeführt von Kapellmeister Josef Wolfrath und den Musikanten der Jugendkapelle Roggenstein. Christian Mößbauer präsentierte das neue Prunkstück mit seinen Begleitern Florian Albrecht und Michael Sollmann. Vor dem Kreuz hatten sich viele Altenstädter und Gäste versammelt.

In einem humorvollen Zwiegespräch leiteten Stadtpfarrer Peter Peischl und Kaplan Sebastian Scherr die Segensfeier ein, nachdem Feuerwehr-Vorsitzender Markus Gösl die Teilnehmer begrüßt hatte. Knoten und Stiche wie kürzlich bei der Vohenstraußer Jubelwehr waren allerdings an diesem Tag nicht gefragt. Deshalb ließ der evangelische Stadtpfarrer umgehend die mitgebrachte Leine verschwinden.

Das Wort Fahne sei abgeleitet vom Althochdeutschen "fano" und bedeute Tuch, erklärte Kaplan Scherr. Die Fahne war Kampf- und Siegeszeichen aber auch als allgemeines Herrschaftszeichen bereits im Altertum bekannt. Kaiser Constantin benutzte als erster das Kreuz als religiöses Siegeszeichen auf seiner Fahne. Die Fahnensegnung selbst stamme aus der Zeit um das zehnte Jahrhundert.

Die Fahne sei ein Symbol der Solidarität und des Zusammengehörigkeitsgefühls, denn Fahnen vermittelten immer ein Heimatgefühl und sie seien ein Zeichen der Liebe und Treue gegenüber Gott und den Menschen. Ein Banner stelle aber auch ein Bekenntnis in Bild und Schrift dar, zu welchen Werten sich eine Gemeinschaft bekenne, welchem Schutzpatron man sich vertrauensvoll verbunden wisse und welchem kulturellen Erbe man sich verpflichtet fühle, unterstrich Scherr.

Alles ist zweideutig

Nachdenkliche Worte steuerte sein evangelischer Kollege bei. Alles auf der Welt sei zweideutig: "Das Messer in der Hand des Kochs ist eine gute Sache beim Schneiden. In der Hand des Angreifers ist es das nicht." Es entscheide immer der Gebrauch über gut oder böse.

"Hinter einer Fahne kann sich eine menschenverachtende Ideologie sammeln, wie sich vor ein paar Jahrzehnten zeigte, als uns die Fahnen voranflatterten." Um den rechten Gebrauch müsse man sich bei den Feuerwehren allerdings keine Gedanken machen.

"Da sein für die Allgemeinheit und helfen - da wird so eine Fahne zum guten Zeichen für gelebte Nächstenliebe", merkte Pfarrer Peischl an. Und wenn so ein Banner gleichsam unter dem Kreuz stehe und die Menschen, die ihm folgen, dann dürfte auch um den Segen gebeten werden.

Mithilfe der Fahnenbegleiterinnen Rebecca Rupprecht, Verena Wiesent und Sandra Bachmeier wurde die Fahne zum Segen in ihrer ganzen Pracht ausgebreitet. Nach der Segensfeier startete das weltliche Fest an der "Wache 2". Die Feuerwehrmitglieder hatten alles bestens vorbereitet und sogar ein Zelt aufgestellt, falls es regnen sollten. Doch das Wetter hielt gut aus, und so stand der Feier nichts im Wege. Die Roggensteiner Jugendkapelle spielte dazu schmissig auf.
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