Umweltskandal unvergessen

Ortsheimatpfleger Jörg Krämer (Dritter von links) und der ehemalige Vorsitzenden des Heimatvereins Alfons Barth (rechts) waren wieder dabei. Rainer Christoph (links), Leopold Seibold (Zweiter von links), Rudolf Perthold (Zweiter von rechts) und Werner Schmola übergaben an Bürgermeister Ernst Schicketanz (Mitte) die ab 1983 gesammelten Unterlagen. Bild: sm

Vor über 30 Jahren erschütterte der Umweltskandal die Gemeinde. Über Nacht hatte eine Fluorgaswolke (Flusssäure) aus der Bleiglasindustrie die Vegetation in und um Altenstadt braun gefärbt. Dies war erst der Anfang.

Aufgeschreckt von dem Ausmaß der Verwüstung, rund zehn Hektar waren davon betroffen, schlossen sich damals Altenstädter zur Bürgerinitiative zusammen. Hauptinitiatoren waren Rainer Christoph, Rudolf Perthold, Werner Schmola und Leopold Seibold. Die BI deckte viele Missstände in den Fabriken und darüber hinaus auf. Blei und Arsen schneite aus den Kaminen. Betroffen waren nicht nur Luft, sondern auch Boden und Wasser (wir berichteten kürzlich).

Nun übergaben die BI-Initiatoren ihre gesammelten Unterlagen über den Altenstädter Umweltskandal an Bürgermeister Ernst Schicketanz. In drei Aktenordnern und einem Fotoalbum ist das Geschehen dokumentiert. Diese Unterlagen werden nun im Altenstädter Museum archiviert. Sie können auch eingesehen werden. Bei der Übergabe erläuterten die BI-Sprecher die damalige Situation, ihre Erlebnisse und Erfahrungen.

Bürgermeister Schicketanz, der damals noch ein kleiner Bub war, war sehr erstaunt, was die Bürgerinitiative damals alles bewegt und durchgesetzt hat. Dazu gehörten zum Beispiel der Einbau von Filteranlagen und permanenten Messgeräten bei der Bleiglasindustrie. Die Bürgerinitiative verhinderte zudem die Abholzung eines Großteils des Waldes zwischen Altenstadt und Hammerweg. Die Gemeinde wollte hier damals ein Gewerbegebiet errichten. Ein bereits geplantes Betonwerk und eine Klärschlammtrocknungsanlage wurden abgewendet.
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