Bei Energiewende nur noch im Mittelfeld
Landtagsabgeordnete der Freien Wähler halten Stromtrassen für überflüssig – Kohlestrom der falsche Weg

Intensiv diskutierten Dr. Karl Vetter, Torsten Glauber, Joachim Hanisch und Prof. Dr. Lorenz Jarass (von links) mit den Bürgern. Vorsitzender Alois Frank (rechts) von den Freien Wähler Weiden freute sich über den guten Besuch. Bild: adj

Die Landtagsabgeordneten Joachim Hanisch, Dr. Karl Vetter und Torsten Glauber von den Freien Wählern halten den Bau der "Monster-Stromtrassen" für unnötig. Sie seien der Grund dafür, dass die Energiewende torpediert werde.

Über 100 Zuhörer kamen zur Veranstaltungsreihe "Landtagsfraktion vor Ort" in "D'Wirtschaft". Der Netzausbau für den Stromtransport ist aus der Sicht von Professor Dr. Loren Jarass wegen der Energiewende unnötig. "Die neuen Trassen braucht man nur, um den Kohlestrom nach Bayern transportieren zu können", sagte der Experte. Der Mitarbeiter der Hochschule Rhein-Main fordert von der Netzagentur eine Expertise über einen eventuellen Netzausbau, wenn die Energiewende, wie sie propagiert worden sei, ausgeführt sei. Diese Untersuchungen fehlten noch.

Warum die Netzbetreiber einen Trassenausbau wollten, zeige ein Blick in die eine Veröffentlichung der Bundesnetzagentur. Alle Untersuchungen zum Netzausbau basierten auf einer Kohlestromeinspeisung, zeitgleich zu hoher erneuerbarer Stromerzeugung.

Nichts versäumen


In der anschließenden Diskussion wurden Themen wie Reservekraftwerke, Strombedarfszeiten, Stromüberschuss, Rücknahme von Kohlekraftwerken und Netzausbau ohne diese Kraftwerke, Einspeise- und Verbrauchsvorrang erörtert. Zu rechtlichen Möglichkeiten erläuterte Jarass, dass bereits beim Bundesbedarfsplan die Einwendungen vorgebracht werden müssten. Werde dies versäumt, könnten sie beim Planfeststellungsverfahren nicht mehr berücksichtigt werden.

Jarass appellierte an die Solidarität aller Gemeinden, Landkreise und Bürgerinitiativen. Gemeinsam könne man, mit einem guten Rechtsbeistand, diese "Monstertrassen" vielleicht verhindern.

MdL Glauber erklärte, dass Bayern, das als einziges Bundesland die 10-H-Abstandsregel eingeführt habe, die Energiewende abblocke. "Wir waren mit der Energiewende in der Champions-League. Aber jetzt sind wird dank der Staatsregierung nur noch Mittelfeld." Die Staatsregierung wolle sich an den Kohletropf hängen und nichts für die Energiewende tun.
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