Halbes Wohnzimmer wild entsorgt
Müllkippe im Wald

Harald Hecke macht Dampf, damit der mitten im Wald entsorgte Müll bald verschwindet. Bild: sm

Harald Hecke hat schon vor Wochen eine wilde Müllkippe entdeckt. Darüber hat er auch das Landratsamt informiert. "Doch leider liegt der Müll immer noch im Wald."

Im dem Waldstück südlich des B-Fußballplatzes des Sportvereins, etwas versetzt gegenüber dem Standort des alljährlichen Maislabyrinths, befindet sich in rund 50 Meter Entfernung vom Waldrand der Schandfleck. Man könnte meinen, es habe jemand einen Teil seiner Wohnzimmermöbel entsorgt - unter anderem ein Sessel, Zwischenwände von Anbauschränken, diverse undefinierbare Platten, Hausmüll in gelben Säcken und mehr.

"Ich habe am 21. März das Landratsamt und weitere Ansprechpartner verständigt, aber getan hat sich bisher nichts", schimpft Hecke. Er zeigt auch noch andere Stellen im Wald oder am Waldrand. Dort treffen sich vermutlich Jugendliche, hinterlassen ihren Abfall und schüren sogar Feuer.

Landratsamtssprecherin Claudia Prößl sagt, dass die Behörde unmittelbar nach dem Hinweis tätig geworden sei. Noch am Tag der Anzeige habe das Landratsamt den vermeintlichen Grundstückseigentümer schriftlich aufgefordert, die Grüngutablagerungen und den weiteren Unrat zu beseitigen. Zwei Tage später teilte der Eigentümer mit, dass er die Grüngutablagerungen zurücknehmen werde, er aber nicht für den anderen Müll verantwortlich sei. Der liege auf einem Nachbargrundstück.

Forst zuständig


Am 5. April kontrollierte daraufhin ein Mitarbeiter des Landratsamtes vor Ort. Am gleichen Tag bat das Landratsamt den zuständigen Forstbetrieb schriftlich, den Sperrmüll zu beseitigen. Hierzu besteht jedoch seitens des Forstbetriebs keine rechtliche Verpflichtung, es ist aber praktikabler und kostengünstiger als eine Entsorgung durch das Landratsamt", schreibt Prößl.

Das Landratsamt habe selbst keine geeigneten Fahrzeuge dafür und müsste ein Unternehmen beauftragen. Dies wäre in diesem mit einem großen Lastwagen nicht zugänglichen Gebiet aufwendig und teuer. "Im Hinblick auf einen sparsamen Umgang mit Steuermitteln (Abfallgebühren) erscheint uns das nicht sinnvoll und wird daher nur in besonders eilbedürftigen Fällen wie zum Beispiel bei einer Grundwassergefährdung oder aufgrund von anderweitigen sachlichen Gründen durchgeführt", heißt es aus der Kreisbehörde. Am 7. April habe aber der zuständige Revierleiter mitgeteilt, dass sich der Forstbetrieb darum kümmern werde. Der Landkreis will dem Forst dazu die kostenfreie Anlieferung bei der Müllumladestation in Weiden ausstellen. Harald Hecke will ein Auge darauf haben.
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