Streit um Stromtrasse
Altenstadt lehnt Parksteiner Pläne ab

Der Gemeinderat lehnt die vom Markt Parkstein vorgeschlagene Änderung der Stromtrasse vehement ab. Auch die kürzlich von Kirchendemenreuth angeregte Route durch das Sauerbachtal erregt die Altenstädter Gemüter.

Die Räte favorisieren stattdessen die ursprüngliche Tennet-Trasse. Bürgermeister Ernst Schicketanz berichtete in der Sitzung über die Einleitung des Raumordnungsverfahren zum neuen Ostbayernring von Redwitz nach Schwandorf, den die Firma Tennet plant. Dazu liegen fünf Aktenordner bis 27. Januar im Rathaus zur Einsicht auf.

Der Rathauschef sprach auch die vom Kirchendemenreuther Bürgermeister angeregte Alternativtrasse durch das Sauerbachtal an. Dies sei die "ökologisch unsinnigste Trasse", da sie durch ein Landschaftsschutzgebiet führe. Das sahen auch die Gemeinderäte so. Schicketanz kritisierte Parksteiner Markträte, die die Stromtrasse weiter in Richtung der Altenstädter Ortsteile Kotzau und Buch verschieben wollen. Außerdem verwahrte er sich gegen die vom Altenstädter CSU-Fraktionssprecher Dominik Baschnagel geäußerten Vorwürfe, Schicketanz würde zur Trasse schweigen. Er habe sich unter anderem in der Bürgerversammlung und in einer Fraktionsführersitzung deutlich geäußert.

Eine Stellungnahme der Gemeinde und des Gemeinderates kämen in der Januarsitzung. Schicketanz zeigte sich zudem sehr befremdet über die Nachbarkommune Parkstein, die ohne Absprache mit Altenstadt gehandelt habe.

Der Bürgermeister ging auf einen Eilantrag Baschnagels ein, den er erst Stunden vor der Sitzung eingereicht hatte. Da der Gemeinderat nicht vollzählig war, konnte der Antrag laut Geschäftsordnung aber nicht in die Tagesordnung aufgenommen werden. Baschnagel hatte eine Stellungnahme zum Raumordungsverfahren vorgelegt und wünschte eine umgehende Weiterleitung an die Regierung. Außerdem forderte er die Gemeinde auf, noch vor Weihnachten eine eigene Stellungnahme gegenüber der Regierung zu formulieren. Auch Baschnagel wetterte gegen die Pläne Parkstein: "Kirchturmpolitik". Die Räte sprachen vom St.-Florians-Prinzip. Sie beharren auf der ursprünglichen Planung. Schicketanz will mit der Verwaltung eine Stellungnahme für das Raumordnungsverfahren formulieren und dem Gemeinderat im Januar vorlegen.

Gebühren steigenMit zwei Gegenstimmen von Hans Simon und Bernhardt Pscheidt beschloss der Gemeinderat die vom Finanzausschuss vorgeschlagenen Erhöhungen des Wasserpreises. Die Anpassung der Kanalgebühren erfolgte einstimmig. Die neuen Preise gelten ab Januar.

Der neue Trinkwasserpreis beträgt 2,08 Euro pro Kubikmeter. Das ist eine Steigerung um 36 Cent. Beim Kanal fällt die Erhöhung mit 9 Cent geringer aus. Diese Gebühren erhöhen sich laut der Kalkulation des Kämmerers von 2,42 Euro auf 2,51 Euro pro Kubikmeter Abwasser, für den Ortsteil Buch (Abwassertrennsystem) von 2,18 auf 2,27 Euro. Auch die Erschließungsbeiträge müssen angepasst werden. Der Beitrag je Quadratmeter Grundstücksfläche soll künftig 1,04 Euro (bisher 1,03 Euro) betragen, bei der Geschossfläche steigt der Preis von 3,14 auf 3,16 Euro. Die geplanten Erschließungsbeiträge pro Quadratmeter beim Kanal betragen 2,58 Euro (bisher 2,45 Euro) bei der Grundstücksfläche und 9,52 Euro (bisher 9,13 Euro) bei der Geschossfläche. (sm)
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