Verdi-Senioren beschäftigen sich mit Lösungen und Hintergründen zu Flüchtlingen
Flucht heute und vor 70 Jahren

Andreas Schmal (stehend) forderte eine konzertierte Aktion von Kommunen, Landern und Bund sowie EU zur Bewältigung der Flüchtlingskrise.

Mit einem kurzen Rückblick auf die Nachkriegszeit eröffnete Manfred Haberzeth die Infoveranstaltung der Gewerkschafts-Senioren zum Thema "Flucht und Vertreibung" in "D' Wirtschaft". 570 000 Menschen seien zwischen dem 27. Februar 1946 bis zum 31. Oktober 1946 durch das Lager Wiesau geschleust wurden.

"Da heben sich die aktuellen Zahlen zur Aufnahme von Flüchtlingen aus Krisengebieten in der Region erheblich ab." In der Oberpfalz seien mehr als 12 000 gemeldet. Verteilt auf die Landkreise Neustadt, Tirschenreuth und die Stadt Weiden seien es knapp 2500, gemessen an der Bevölkerung also knapp über einem Prozent, so Haberzeth.

"Gerade unsere Werte verpflichten uns dazu, Menschen in Not zu helfen", sagte Referent Andreas Schmal vom DGB Bezirk Oberpfalz. Dabei wolle er die damit verbundenen Probleme nicht kleinreden. "Es gibt keine einfachen Antworten oder Lösungen. In der Summe jedoch ist es möglich, abseits von Parteitaktik mit dem Thema Flucht klar zu kommen."

Solidarität ist gefragt


Es gelte, die Kommunen nicht alleine zu lassen. Vielmehr müssten sich die Bundesländer solidarisch beteiligen und der Bund sich finanziell besser einbringen. Unverzichtbar ist für Schmal aber auch eine gemeinsame europäische Herangehensweise.

"Das Abschieben des Problems auf den Nachbarn oder die Verweigerung von Hilfe für die Grenzstaaten zeigen nur den Hang in der EU, ausschließlich den eigenen Vorteil zu verfolgen."

Die Diskussion wurde zu Themen wie Finanzierung, Armut in Deutschland, sozialem Wohnungsbau und demografischem Wandel geführt. "20 Jahre schlanker Staat haben Spuren hinterlassen. Die Handlungsfähigkeit hat gelitten. Lücken sind nicht auf die Flüchtlingskrise zurückzuführen sondern lange bekannt", antwortete Schmal. Den sozialen Wohnungsbau habe man praktisch eingestellt.

Die Armutsentwicklung habe nach Ansicht des DGB-Mannes mit der Entwertung von Arbeit zugunsten von Kapital zu tun. "Wenn in Bayern ein Drittel der Brücken marode sind, dann wird mehr als deutlich, dass andere Ursachen zugrunde liegen."
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