Schwimmen
Letzte Chance für Rio

Bild: Schwarzmeier

Der Weg nach Rio de Janeiro wird für Philipp Wolf lang und hart. Der 23-Jährige aus Altenstadt/WN muss in den kommenden acht Wochen im Training mächtig Gas geben, um seine letzte Chance auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 zu wahren. Erst bei den German Open (5. bis 8. Juli, ebenfalls in Berlin) wird die endgültige Entscheidung fallen, welche vier deutschen Schwimmer sich für die Olympia-Staffel über 4 x 100 Meter Freistil qualifizieren. "Ich werde alles probieren. Mal sehen, ob es klappt", sagt Wolf.

Der Oberpfälzer hatte am Wochenende bei den deutschen Meisterschaften in Berlin eine eindrucksvolle Vorstellung gezeigt. Mit 49,05 Sekunden verbesserte er seine persönliche Bestzeit über die 100 Meter um knapp eine Sekunde. In einem sehr schnellen Finale kam Wolf als Fünfter ins Ziel. Eine starke Platzierung, aber eigentlich einen Tick zu wenig, um das Olympia-Ticket zu lösen.

Nach einer Besprechung mit Chef-Bundestrainer Henning Lambertz ist die Olympia-Tür jedoch noch einen Spalt breit offen. Die acht Final-Teilnehmer bei der "Deutschen" werden auf eine sogenannte "Long List" gesetzt. Das Qualifikations-Ranking erfährt aber nur dann eine Änderung, wenn sich einer der Schwimmer auf den Plätzen 5 bis 8 bei den German Open auf die Überholspur begibt. "Ich muss dann auf jeden Fall schneller schwimmen als der Vierte bei der deutschen Meisterschaft", erklärt Wolf.

Und der hieß Marco die Carli. Exakt 16 Hundertstelsekunden fehlen Wolf auf jene 48,89 Sekunden, die di Carli am Wochenende erzielte. "Das ist die einzige Zeit, die machbar erscheint. Die ersten Drei sind bereits mindestens vier Zehntel weg. Das ist auf dieser Distanz eine halbe Welt", schätzt der Oberpfälzer die Lage ein. Wolf will sich nun mit seinem Trainer besprechen, um die Trainingseinheiten in Hinblick auf die German Open abzustimmen.

"Die Situation ist nicht die beste, aber die Chance ist da. Natürlich werde ich alles versuchen", motiviert sich Wolf, der aber auch weiß: "Ich bin nicht der Einzige, der sich noch Hoffnungen macht. Die Sechst- bis Achtplatzierten von den deutschen Meisterschaften denken genauso."
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