Altes Forsthaus wird nicht saniert
Kostenaufwand nicht tragbar

Die Gemeinde nimmt das Förderprogramm leider nicht in Anspruch. Nun blicken wir in die Zukunft.

Das alte Forsthaus wird nicht saniert. Das entschied der Gemeinderat in nicht-öffentlicher Sitzung. Somit entstehen keine Wohnungen für anerkannte Flüchtlings-Familien und Leistungsempfänger. Dennoch bleibt das Thema umstritten.

Das alte Forsthaus mit einer Fläche von rund 250 Quadratmetern steht seit etwa fünf Jahren leer. "Im Sommer tauchte das Thema ,Sanierung' im Gemeinderat durch die Flüchtlingsproblematik auf. Anlass war eine Anfrage des Städtebauförderprogramms an die Gemeinde", erklärte CSU-Fraktionsvorsitzender Dominik Baschnagel. Die Regierung stellte eine Förderung von 90 Prozent in Aussicht.


Einzige Auflage: Die Wohn-Parteien, die durch die Sanierung entstehen sollten, sollten an anerkannte Flüchtlinge und Leistungsempfänger vermietet werden. Nach einer Bindefrist von sieben Jahren hätte die Gemeinde das Haus wieder frei vermieten können. Nun entschied sich der Gemeinderat mehrheitlich dagegen. "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. In vielen Sitzungen - auch bei Sonderfraktionssitzungen - haben wir intern über das Thema diskutiert. Außerdem haben wir uns die Lage vor Ort angesehen", betonte Baschnagel.

Der Entschluss gegen eine Sanierung habe zwei Gründe. Es wäre eine enorme Kostenbelastung für die Gemeinde. Zwar stellt die Regierung eine Förderung von 90 Prozent in Aussicht, diese würden sich aber nur auf förderfähige Kosten beziehen, erklärte der CSU-Sprecher. Das bedeute, dass die Gemeinde von rund 900.000 Euro Gesamtkosten etwa 400.000 Euro selbst tragen müsse. "Es ist nicht vorhersehbar, welche Kosten zusätzlich anfallen. Das Gebäude selbst hat einen Wert von etwa 60.000 Euro. Das steht in keinem Verhältnis zueinander."

Kosten und schlechte Lage


Ähnlich sieht das Konrad Adam von den Freien Wählern. "Dass man Steuergelder für Problematiken wie die Flüchtlingssituation einsetzt, ist selbstverständlich. Aber es muss sinnvoll sein. Das wäre beim alten Forsthaus nicht der Fall." Wirtschaftlich gesehen wäre das eine Verschwendung von Steuergeldern, betonte Adam. Auch die Lage des alten Forsthauses sei "äußerst unpassend", um mehrere Familien dort unterzubringen, erklärte Baschnagel. "Es liegt direkt an der Hauptstraße, neben der Feuerwehr, und es gibt keine Parkmöglichkeiten. In einem Haus mit mehreren Wohnparteien ist natürlich Betrieb. Wenn die Bewohner mit ihren Autos vor der Feuerwehr parken, weil sie keine andere Möglichkeit haben, dann ist das nicht zu verantworten." Ausdrücklich betonte Baschnagel, dass die Entscheidung "absolut nichts mit der Auflage zu tun hatte, Flüchtlingen das Haus zur Verfügung zu stellen". "Dieser Aspekt wurde nur nebengeordnet behandelt und spielte keine Rolle." Problematisch wäre die Sanierung auch für das Ortsentwicklungskonzept gewesen, das Altenstadt seit geraumer Zeit verfolgt, erklärte Adam. "Es hätte das Konzept beeinflusst. Man hätte drum herum entwickeln müssen. So haben wir die Möglichkeit, das alte Forsthaus mit einzubeziehen. Man könnte es beispielsweise als Archiv nutzen."

Thema nicht vom Tisch


Bürgermeister Ernst Schicketanz äußerte sich mit Hinweis auf die Nicht-Öffentlichkeit der Sitzung vage. "Die Gemeinde nimmt das Förderprogramm leider nicht in Anspruch. Nun blicken wir in die Zukunft. Wir werden sehen, welche Möglichkeiten sich ergeben werden."

Baschnagel fühlt sich dennoch einseitig informiert. CSU-Fraktion und Freie Wähler kritisierten "die einseitige Information" des Gemeindeoberhauptes im Vorfeld. "Wenn Ernst Schicketanz schon über eine nicht-öffentliche Sitzung informiert, dann muss er alle Aspekte öffentlich machen und nicht nur die halbe Wahrheit auf den Tisch legen", forderte Baschnagel.

In einer Sache sind die Parteien einer Meinung: Das Thema "altes Forsthaus" ist noch nicht vom Tisch. Im kommenden Jahr sollen die Diskussionen weitergehen. "Wir haben bereits zwei konkrete Pläne, die im Zusammenhang mit dem Ortsentwicklungskonzept stehen", erklärte Baschnagel.
Die Gemeinde nimmt das Förderprogramm leider nicht in Anspruch. Nun blicken wir in die Zukunft.Bürgermeister Ernst Schicketanz
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