Gemeinderat erhöht Friedhofsgebühren
412 Euro mehr fürs Urnengrab

Die Friedhofsgebührensatzung in der Gemeinde musste nach 13 Jahren angepasst werden. Vor allem die Sätze für Urnengräber und –nischen lagen jenseits aller Realität.

Sterben wird nicht teurer in Altenstadt. Es kostet immer noch das Leben. Doch die Hinterbliebenen müssen zukünftig tiefer in die Tasche greifen.

Mit einer Gegenstimme (Thomas Zahner, CSU) beschloss der Gemeinderat eine Preiserhöhung für alle Gräber. Wie Kämmerer Rüdiger Fuhrmann erklärte, stammt die letzte Kalkulation aus dem Jahr 2003. Bislang haben die Gebühren etwa 41 Prozent der Kosten gedeckt. Ein Umstand, den die überörtliche Rechnungsprüfung bemängelte. Einer neuen Berechnung zufolge wäre eine enorme Steigerung notwendig, um die Ausgaben zu 100 Prozent aufzufangen. Problematisch seien vor allem die Preise für die Urnengräber und -nischen (bisher monatlich 5,87 und 12,33 Euro). Bei Baukosten von 60 000 Euro stellte sich im Gemeinderat die Frage, wie diese Gebührensätze zustande kamen.

Sie entsprächen nicht der Realität. Vor allem müssten sämtliche Investitionen auf alle umgelegt werden. Für eine "vernünftige Erhöhung" machten sich Bernhard Pscheidt (Freie Wähler) und seine Fraktion stark. Sie müsse den Bürgern erklärbar sein. Aber auch die Belastungen dürften nicht zu hoch werden.

Andreas Greiner (CSU) hätte gern eine Verteilung der Kosten nach Fläche und Investition. Rudi Enzmann (SPD) wollte Gebühren, die man gegenüber den Bürgern vertreten und erklären könne. Thomas Zahner (CSU) plädierte für eine zweistufige Erhöhung, wenn nötig bis zu 100 Prozent Deckung. Gleichzeitig forderte er auf, die laufenden Kosten für die Gemeinde zu überprüfen. Eine Kostendeckung wird durch die beschlossenen Grabgebühren nach wie vor nicht erreicht. (Infokasten)

Die Bestattungsgebühren bleiben gleich. Aber für die Benutzung des Leichenhauses wird künftig mehr verlangt: 110 statt bisher 85 Euro pro Tag.

Den Beschluss über die Friedhofssatzung verschob der Gemeinderat auf die Oktobersitzung. Die Änderungswünsche sollen schriftlich vorgelegt werden. Nach der rechtlichen Prüfung werden sie in die neue Satzung eingearbeitet.

Die neuen GebührenDie jährlichen Kosten ab 1. Januar 2017 belaufen sich bei einer Laufzeit von 15 Jahren für ein Einzelgrab auf 550 Euro (vorher 450 Euro), für ein Doppelgrab 1100 Euro (vorher 810 Euro), für eine Gruft 2400 Euro (vorher 810 Euro), für ein Urnengrab 500 Euro (vorher 88 Euro) und für eine Urnennische 550 Euro (vorher 185 Euro). (adj)
Weitere Beiträge zu den Themen: Gemeinderat (266)Friedhofsgebühren (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.