Halotherapie im Salzhaus
Gesalzene Therapie

Dominik Forster (rechts) erklärt einem Patienten die Wirkungsweise der Halotherapie, die neuerdings im Salzhaus in Altenstadt angeboten wird. Bild: Götz

Asthmatiker und Heuschnupfengeplagte schätzen das heilende Klima an der Ostsee. Rechtzeitig vor der Pollenflug-Hochphase kann auch ein Besuch im Salzhaus in Altenstadt die Atemwege wieder freilegen.

Dominik Forster und Andreas Ehmann, die Betreiber des Salzhauses, wollen in ihrem neuen Trockensalz-Zimmer das Ostseeklima simulieren. Eine derartige Einrichtung sei im Umkreis von etwa 150 Kilometern einmalig, sagt Forster. "Wir setzen rein auf Trockensalz und halten die Luftfeuchtigkeit im Raum unter 40 Prozent." Der Salznebel erreicht während einer Inhalationssitzung nicht nur die Bronchien, wie beispielsweise in einer feuchten Salzkammer, sondern dringt tiefer bis zu den Bronchiolen und Lungenbläschen ein.

"Eine Halotherapie-Sitzung sollte mindestens 30 Minuten dauern, bei uns ist sie auf 45 Minuten angelegt", sagt Forster. Um einen Durchzug zu vermeiden, beginnt die Therapie jeweils zur vollen Stunde. Dem Raum ist eine Schleuse vorgeschaltet, durch die die Patienten gleichzeitig ein- und austreten. Da es sich beim Salzhaus um eine Privatpraxis handelt, sind kurzfristige Termine leicht zu vereinbaren, "vorausgesetzt, es ist noch ein Platz frei".

Schon nach zwei bis drei Einheiten sollten Heuschnupfengeplagte eine Besserung verspüren, während bei Asthmatikern besonders die Regelmäßigkeit der Behandlung wichtig ist. "Salz hat eine schleimlösende sowie abschwellende Wirkung und reinigt die Atemwege, so dass sich Pollen erst gar nicht ansetzen können", erklärte Forster, der in seiner Freizeit das Tor des Fußball-Bayernligisten SpVgg SV Weiden hütet. Neben einer Zu- und Abluftpumpe wurde hinter der Wand lediglich ein Kompressor installiert, der das Steinsalz zerkleinert. Eine Düse verteilt die Mikropartikel anschließend im Raum. "Pro Woche verbrauchen wir grob geschätzt 300 Gramm Salz." Forster erläutert, dass an der Optik des Salzzimmers noch gearbeitet werden soll, aber vorrangig gehe es ihm und Ehmann um das Medizinische.

Auf dem Boden, Fensterbrett oder den Liegen sind weiße Salzablagerungen zu sehen, doch das stellt keinen "ungepflegten Zustand" dar, sondern ist gewollt, wie Forster klarstellt: Wenn das Salz auch visuell wahrgenommen wird, vollzieht sich die Therapie nicht überwiegend auf mentaler Ebene." Allerdings sei die Salz-Anlage sehr pflegeleicht, und einmal pro Woche werde das Therapiezimmer auch grundlegend gereinigt.

Prinzipiell schreibt der Experte der Halotherapie einen präventiven Charakter zu, der kaum Grenzen gesetzt sind. "Sinnvoll sind gemeinsame Sitzungen. Dabei kann es sich um eine Asthma-Gruppe, um Atemschutzträger der Feuerwehr, einen Stammtisch samt Bierchen oder eine Schafkopfrunde handeln."

Das Salz hat eine schleimlösende sowie abschwellende Wirkung und reinigt die Atemwege, so dass sich Pollen erst gar nicht ansetzen können.Dominik Forster

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Weitere Informationen:

www.salzhaus-altenstadt.de

HalotherapieTrockensalzinhalationen stärken das Immunsystem der Atemwege auf natürliche Weise und reduzieren die Häufigkeit von Atemwegsinfektionen. Erkältungen, Husten oder Nebenhöhlenentzündungen sollen dadurch leichter verlaufen und schneller abklingen.

Die Therapie ist geeignet für:

entzündliche Atemwegserkrankungen wie chronischer Schnupfen, grippale Infekte, Husten

Entzündungen des Halses, der Neben-, Stirn- und Kiefernhöhlen

Raucherhusten

Allergien, Heuschnupfen

Neurodermitis, Akne, Schuppenflechte und andere Hauterkrankungen

Kopfschmerzen, Migräne

Schlafstörungen, Stress, Burn-out

Die Therapie wird nicht empfohlen bei akuten fieberhaften Infekten. Bei schweren Erkrankungen sollte ein Arzt konsultiert werden. (fle)
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