Keine rosigen Zeiten für Züchter
Mitglieder des Ferkelerzeuger- und Schweineprüfrings mit schlechten Nachrichten konfrontiert

Franz List (rechts), Fachberater des Fleischerzeugerrings, stellte den Jahresbericht vor. Heiner Strömer (Dritter von links) von Tönnies Livestock sprach anschließend über "Perspektiven auf dem Schlachtschweinemarkt". Bild: bey

Wer weniger als 200 Zuchtsauen hat, wird es in diesem Jahr laut Josef Weiß vom Landesamt für Landwirtschaft Bayern als Landwirt schwer haben. Der Markt der Ferkelerzeuger und Schweinemäster leide weiterhin unter einem erheblichen Preisdruck. Viele Betriebe könnten Probleme haben, in diesem Preiskampf über die Runden zu kommen. Das sind keine guten Nachrichten für die Mitglieder des Ferkelerzeuger- und Schweineprüfrings Weiden.

In der Gebietsversammlung in "D'Wirtschaft" gab Weiß diese Informationen an Schweinehalter aus den Landkreisen Neustadt, Tirschenreuth und Amberg-Sulzbach weiter. Er hatte aber auch Hilfe parat, um das Bestmögliche aus den Betrieben zu erwirtschaften: Es ist die Vollkostenrechnung, die wiederum aber keine Generalabrechnung sein könne.

Vielmehr sei es für jeden Betrieb notwendig, die ihm möglichen Einnahmen zu erzielen. Als Größenangabe für eine funktionierende Schweinemast nannte Weiß 1000 Tiere.

Landwirte mit weniger als 200 Zuchtsauen zur Ferkelerzeugung würden es zunehmend schwerer haben. Zum anderen stehe aber auch fest, dass nicht jeder Betrieb "mit Gewalt" wachsen könne.

Heiner Strömer, Geschäftsführer bei Tönnies Livestock und Experte auf dem Schlachtviehmarkt, sah den globalen Fleischmarkt von vielfältigen Faktoren beeinflusst wie dem demografischen Wandel oder der weltweiten Nachfrage nach Fleisch. Mittlerweile habe sich China als wichtigster Exportmarkt herauskristallisiert, während der Fleischkonsum in Europa stagniere. Gerade in Süddeutschland hätten Schweinemäster und Ferkelerzeuger mit ständig steigenden Kosten zu kämpfen. Die Erlöse seien deshalb unzureichend. Die Marktmacht dieses Berufszweiges schwindet laut Strömer. Bioprodukte würden längst von der Regionalität abgelöst.

Franz List, Fachberater Erzeugerring, informierte, dass sich 72 Betriebe der Ferkelerzeugung verschrieben haben und in deren Stallungen 8600 Sauen leben. In der Schweinemast seien 62 Betriebe registriert, die wiederum 77 006 Tiere haben.

ÄmterIn der Wahl zum Ausschuss wurden Sebastian Lindner (Leichau), Franz Raps (Hittersdorf), Bernhard Rustler (Hatzenreuth), Hans Scharbauer (Meierhof) und Josef Selch (Eschldorf) bestätigt. (bey)
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