Kinderkrebshilfe unterstützt Familien mit kranken Kindern
Segen in schwerer Phase

Nicole Schreiber. Bild: bey

"Die Kinderkrebshilfe in der Region Oberpfalz Nord ist bei den betroffenen Familien und bei der gesamten Bevölkerung der Region angekommen. Der Verein schreibt eine Erfolgsgeschichte zum Wohle von krebs- und schwerstkranken Kindern".

Vorsitzender Herbert Putzer zog in der Mitgliederversammlung im Gasthof "Zum Schwarzen Bären" ein positives Resümee. Dass der Weg des Zusammenschlusses richtig und die Startschwierigkeiten längst überwunden seien, zeigte sich auch bei den Finanzen, mit deren Hilfe der Verein Betroffene unterstützt.

Seit der Gründung 2004 hat die Kinderkrebshilfe 127 Familien mit krebs- und schwerstkranken Kindern in irgendeiner Form, finanziell oder durch Verwaltungsaufgaben bei Behörden unterstützt, berichtete Putzer. Allein seit der Jahreshauptversammlung im Oktober 2015 seien 14 Kinder neu hinzugekommen. "Aktuell betreuen wir 43 Familien." Alle Vorstandsmitglieder seien ehrenamtlich tätig, so dass Spenden und Mitgliedsbeiträge in voller Höhe den bedürftigen Familien zugute kommen, so Putzer.

Die Liste für mögliche Hilfeleistungen ist lang: So gibt es die Kostenübernahme für eine Haushaltshilfe, Fahrtkostenzuschüsse zu Fachkliniken oder Fachärzten, Kosten für notwendige Schulwegbegleitung, Reittherapien, Kostenübernahme für den Kauf bestimmter Möbelstücke und vieles Mehr, bis hin zum schlimmsten Fall mit einem Zuschuss zu den Beerdigungskosten. Darüber hinaus stellte die Kinderkrebshilfe Mittel für die Verbesserung der Lebensqualität zur Verfügung und lädt zu einem Ausflug in die Berge oder auch mal ins Disneyland ein.

Keiner will zahlen


Die Kinderkrebshilfe Oberpfalz Nord stellt auch Mittel für eine Betreuungskraft zur Verfügung, weil sich die zuständige Krankenkasse, der Bezirk und die Pflegeversicherung sich derzeit weigern diesen Aufwand zu übernehmen, berichtete Putzer. "Jeder mögliche Kostenträger verneint die Zuständigkeit."

Neben der finanziellen Hilfe bei medizinischen Behandlungen ist die Kinderkrebshilfe nach den Worten Herbert Putzers bemüht, den kranken Kindern Freude zu bereiten und Herzenswünsche zu erfüllen. So habe der MAN-Weihnachstruck in Altenstadt Halt gemacht und den Segeltörn der KUNO Regensburg unterstützte der Verein alljährlich mit 2500 Euro.

All diese Hilfen seien nur möglich, weil die Spendenbereitschaft enorm ist. "687 Spender haben im Berichtsjahr an die krebs- und schwerstkranken Kinder gedacht." Kommunion- und Firmkinder, Erlöse von Feiern, Bürgerfesten, Feuerwehrfesten, Jubiläen, Konzerten und viele weitere Veranstaltungen ließen den Betrag auf der Habenseite nach oben gehen. In großem Umfang hat auch das Amtsgericht Weiden mit Landgerichtspräsidenten Walter Leupold an die Kinderkrebshilfe gedacht und ihr viele Bußgelder zukommen lassen. 328 Mitglieder zählt der Verein aktuell. 24 waren es bei der Gründung.

Große Akzeptanz


Stellvertretender Landrat Albert Nickl sprach von einer segensreich Institution. Die Akzeptanz des Vereins zeige sich in den Spenden seiner Mitglieder und vieler weiteren Unterstützer, sagte Bürgermeister Ernst Schicketanz.

Autismus: Gewohnte Umgebung wichtigÜber den Begriff Autismus-Spektrum-Störung, die den frühkindlichen Autismus und das sogenannte Asperger-Syndrom einschließt, sprach Nicole Schreiber von der Kinder- und Jugendpsychiatrie Weiden bei der Kinderkrebshilfe Nordoberpfalz. Eine tiefgreifende Entwicklungsstörung bei Autismus zeige sich bei Kindern bereits in den ersten Lebensjahren.

Es fehle ihnen am Verständnis für den sozialen Umgang mit anderen Menschen. "Die zwischenmenschlichen Beziehungen sind beeinträchtigt." Das ändere sich für die Betroffenen zeitlebens nicht. Gerade bei Kleinkindern seien die Beeinträchtigungen oft früh zu spüren. Bei Kindern könne die Sprache verloren gehen und nie mehr zurückkommen.

Weitere Folgen von Autismus könnten sich in Wutausbrüchen, fehlender Spontanität und Selbstverletzungen zeigen. "Gerade bei Kindern können gewohnte Handlungsabläufe, sollten sie einmal geändert werden, zu großen Problemen führen." Schreiber führte die Veränderung der Position von Möbeln in einer Wohnung als Beispiel an. Ebenso könnten die Betroffenen keine geteilte Freude empfinden, was wiederum dazu führt, dass keine Kontakte zu Gleichaltrigen aufgebaut werden. Außerdem verstehen Autisten nicht, wenn andere Menschen traurig sind, weil ihnen das Einfühlungsvermögen fehlt.

Die Wissenschaft habe bisher nur die Erkenntnis gewonnen, dass Autismus angeboren sei. Auch stehe fest, dass in der Hirnaktivität gegenüber anderen Menschen Abweichungen zu erkennen seien. Es ist auch bekannt, dass sich Autisten an Einzelheiten orientieren. Eine Prognose des Verlaufs sei aufgrund des breiten Spektrums der Formen des Autismus schwer abzugeben, sagte Schreiber. (bey)
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