Korb für die Naabtaler Milchwerke
Milchland Oberpfalz liefert auch weiterhin nach Allgäu

Der Spielraum bei den Preisverhandlungen ist eng. Es muss angestrebt werden, die 30-Cent-Linie zu halten.

Die 73 Mitglieder von Milchland Oberpfalz beklagen beim Milchgeld immer größere Einbußen. Obwohl die Milcherzeuger aus den Landkreisen Neustadt, Tirschenreuth und Schwandorf 2015 mehr produzierten, mussten sie einen Verlust von 2,4 Millionen Euro verkraften. Im Durchschnitt beträgt das Minus pro Mitglied 33 000 Euro.

Diese Zahlen gab Hubert Meiler, Vorsitzender der MEG-Milchland Oberpfalz, in der Jahreshauptversammlung in "D'Wirtschaft" bekannt. Pro Jahr lieferten die 73 Landwirte durchschnittlich 376 812 Kilo Milch. Die insgesamt 27,5 Millionen Kilo verteilten sich mit 24,4 Millionen Kilo auf die Allgäuer Alpenmilch und mit 3,1 Millionen Kilo auf die Naabtaler Milchwerke. Das sind 642 983 Kilo mehr als noch 2014. Erlöst wurde ein Milchgeld von insgesamt 9,2 Millionen Euro.

Markus Seemüller von der Bayerischen Milcherzeugergemeinschaft stellte das Angebot für einen Milchkaufergänzungsvertrag vor. Demnach sollten ab 1. Januar 2017 bis Ende 2021 alle Milchlieferungen an die Naabtaler Milchwerke GmbH & Co KG Privatmolkerei Bechtel in Schwarzenfeld erfolgen.

Diese Vereinbarung hätte nach Angaben Meilers bedeutet, dass die Allgäuer Alpenmilch ab 1. Januar 2017 aus dem Rennen gewesen wäre. Aus dem Mitgliederkreis wurden kritische Stimmen laut, die den beabsichtigen Wechsel kritisch hinterfragten und signalisierten, den neuen Vertrag und somit den Wechsel zu den Naabtaler Milchwerken abzulehnen. Und genauso votierten die Mitglieder mehrheitlich.

Georg Müller von den Naabtaler Milchwerken wertete das negative Abstimmungsergebnis nicht als Ende der Bemühungen um eine Partnerschaft. "Die Türe ist nicht zugeschlagen." Die Entwicklung des Standortes Schwarzenfeld befinde sich mit Blick auf den Ausbau auf der Zielgeraden. Dazu gehöre auch die Kläranlage in einer Größe von 120 000 Einwohnergleichwerten. Der Betrieb Schwarzenfeld sei auf eine Größe von 600 bis 700 Millionen Kilo Milch ausgelegt.

Eva Strassner vom Verband Milcherzeuger Bayern zeigte grafisch auf, dass sich die Milchanlieferung in Deutschland seit Beginn der Aufzeichnung 1960 konstant erhöht hat. Bei den Auszahlungspreisen ergibt sich eine regelrechte gebirgsartige Grafik mit einem ständigen Auf und Ab, aber mit einem totalen Absinken im letzten Jahr. Dafür gebe es mehrere Gründe: die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in China, zugleich eine verhaltene Nachfrage und die Verlängerung des Embargos durch Russland.

Deswegen sei der Milchmarkt "eingeengt", lautete die sanfte Umschreibung Strassners. Dies wiederum führe zu einem engen Spielraum bei den Preisverhandlungen. Daher müsse noch angestrebt werden, die "30-Cent-Linie" zu halten. Leitender Landwirtschaftsdirektor Dr. Siegfried Kiener nannte die derzeitigen Milchpreise besorgniserregend. Bild: bey
Der Spielraum bei den Preisverhandlungen ist eng. Es muss angestrebt werden, die 30-Cent-Linie zu halten.Eva Strassner
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