Oberpfälzer und böhmische Krippen im Heimatmuseum
Zeugnis der Frömmigkeit

Ein wertvolles Vermächtnis zeigt der Heimatverein Altenstadt: die Krippe der Familie Schwind. Von links: Bürgermeister Ernst Schicketanz, Josef Schwind, Vorsitzender Alfons Barth und Klaus Hundhammer. Bild: cr

Erstmals gibt es in Altenstadt eine Ausstellung mit Oberpfälzer und böhmischen Krippen. Auch Bürger haben wertvolle Exponate zur Verfügung gestellt.

Zur Eröffnung im 200 Jahre alten Gewölbeanbau des Museums begrüßte zweiter Vorsitzender Alfons Barth über 20 Besucher, darunter auch einige Aussteller.

Für die Vorbereitungen des Unterbaus der Krippen dankte Barth vor allem Jörg Krämer und Werner Spiesmacher. Sein besonderer Dank ging an die Familie Schwind, die ihre große Egerländerkrippe mit wunderbaren Aufbauten und Figuren dem Museum in diesem Jahr vermacht habe. Auch freute sich der Vorsitzende über die vielfältigen Krippenleihgaben.

Barth mahnte an, dass althergebrachtes Brauchtum in Gefahr gerate, aus ideologischen Gründen geopfert zu werden. "Christliches Kulturgut, gewachsene Traditionen müssen gepflegt und weitergegeben werden." Die 1000-jährige Krippengeschichte sei Zeugnis der Frömmigkeit und liebgewonnenes Gut, das nicht nur Kinder erfreue. Bürgermeister Ernst Schicketanz lobte die Initiative des Heimatvereins und verband damit zum Jahresende seinen Dank an all die Helfer während des Jahres.

Die Aussteller: Die Figuren der Egerländer Weihnachtskrippe der Familie Josef Schwind stammen aus den Jahren 1910 bis 1944. Als die Eltern den Heimatort Pfraumberg 1946 mit einem der letzten Transporte nach Westen verlassen mussten, nahm der Vater die Figuren mit. Der heutige Aufbau erfolgte zwischen 1950 und 1954. Das kunstvoll gestaltete Stadtbild mit prächtigen Häusern und Türmen stammt von Schwinds Vater Wenzel.

Krippe in Laterne


Ein gelungenes Werk kommt vom Altenstädter Georg Gößl aus der Ringstraße. Er hatte die Idee, das Krippengeschehen in eine Laterne einzubinden. Über 50 Krippen hat er bereits geschnitzt. Dass es in Altenstadt eine Schnitzergemeinde gibt, zeigen die montäglichen Kurse in der Mittelschule mit Gößl. Das Nachbarmuseum Neustadt stellte leihweise drei böhmische Kastenkrippen und ein Fatschenkindl zur Verfügung. Eine weitere Kastenkrippe stammt von Rainer Christoph , langjähriger Schulleiter in Altenstadt. Die Figuren sind zum Teil von Plößberger Schnitzern, seinem Schulfreund Hans Mack und einem Pilsener Holzschnitzer.

Eine Papierkrippe kommt von der Familie Spiesmacher . Verwandte aus Amerika hatten das gute Stück nach dem Krieg in einem Carepaket an seine Eltern geschickt. Ein Schmuckstück ist die Hutschenreuther Porzellankrippe von Klaus Hundhammer . Aus Tachau ist die 1940 geschnitzte Krippe der Familie Meyerl . Bei einem Besuch des Museums in Nove Mesto nad Metuje (Neustadt an der Methau) im November erstand Vorsitzender Barth für das Museum den Nachbau einer Papierkrippe des berühmten tschechischen Künstlers Josef Lada (1887 bis 1957).

ÖffnungszeitenDie Ausstellung ist geöffnet: mittwochs von 16 bis 18 Uhr, sonntags von 14 bis 16 Uhr. Auf Anfrage gibt es für Gruppen auch Sonderöffnungszeiten. Telefon: 09602/4713.
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