Polizei hält Vortrag über Misshandlung und Opferschutz
Gewaltiges Thema

Schwere Kost servierten Politiker und zwei Polizisten beim Frauenfrühstück den 100 Zuhörern in "D'Wirtschaft". Ein Drittel aller Frauen und Mädchen sind laut MdL Annette Karl schon einmal Opfer von Gewalt geworden. Schläge, Demütigungen, Kontrolle, Misshandlungen seien keine Seltenheit. Einer Erhebung nach würden 67 Prozent der schwerwiegensten Fälle innerhalb einer Partnerschaft nicht gemeldet. Um den Frauen helfen zu können, hat die SPD 2015 einen Änderungsantrag auf bessere Finanzierung von Frauenhäusern gestellt.

Jürgen Haubner, Sachbearbeiter "Häusliche Gewalt" bei der Polizeiinspektion Weiden, und Marianne Kargl von der Polizeidirektion Oberpfalz gingen auf das Thema aus Sicht der Polizei ein. Haubner appellierte an die betroffenen Frauen, sich Beamten anzuvertrauen oder in einem Frauenhaus zu melden. "Wir beraten, zeigen rechtliche Möglichkeiten auf und klären offene Fragen. Für ein Kontakt- und Annäherungsverbot, das auch ohne Polizei erwirkt werden kann, knüpfen wir die Kontakte. Weiter helfen wir bei Strafanzeigen", sagte er. "Wichtig ist auch, dass Stalking entgegengetreten wird. Vor allem sollten Frauen das sogenannte letzte Gespräch vermeiden."

Kargl erklärte, dass sie in erster Linie vorbeugend tätig sei. Informationsveranstaltungen, um Straftaten zu verhindern und Opferhilfe, gehören dazu. Im Gegensatz zu früher gebe es inzwischen einen besseren Opferschutz. "Dazu tragen Vereine wie Dornrose, Frauenhäuser und der Weiße Ring bei."

"Die 1200 Anzeigen im Jahr 2012 in der Oberpfalz sind sicher nur die Spitze des Eisberges", sagte MdL Helga Schmitt-Bussinger. Mehr Schutz für Frauen müsse erarbeitet werden. "Nicht sich wehren, sondern schon Nein-Sagen muss gelten. Leider werden unsere Initiativen immer von der Mehrheit abgelehnt", bedauerte sie. Es müsse zudem mehr Mittel für Frauenhäuser geben.
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