Starkes Bier und starke Sprüche
Starkbierfest der Weiß-Blau-Kegler in "D'Wirtschaft"

"Ich habe beschlossen, die große Politik in diesem Jahr dort zu belassen, wo sie hingehört und mich auf die Geschehnisse in unserem unmittelbaren Umkreis zu konzentrieren", sagte Fastenprediger Bruder Michael Eismann zu Beginn seiner Rede.

Vor allem lokale Themen hatte Prediger Michael (Eismann) beim Starkbierfest der Weiß-Blau-Kegler im Fokus. Erstmals floss Starkbier der einheimischen Kleinbrauerei Eismann durch die Kehlen.

Dass nicht jedes Jahr gleich ist, diese Erfahrung mussten die Kegler beim Starkbierfest im Eventsaal der "Wirtschaft" am Samstag machen. Vorsitzender Rudolf Schröpfer durfte 120 Freunde und Besucher begrüßen. In der Besucherschar fehlten einige Honoratioren der Gemeinde und so mancher Vereinsvertreter. Dennoch erlebten die Starkbierfreunde einen unterhaltsamen Abend und genossen neben der Rede auch die starken und weniger starken Getränke sowie die zünftigen Brotzeiten. Zudem unterhielt das Geschwistertrio Baier die Besucher mit flotter Musik.

Obergrenze Anmaßung


Bruder Michael hatte die Rede mit Einleitung, Wort zum Sonntag, Fürbitten und Lesung fast liturgisch aufgebaut. Zunächst distanzierte er sich "im Namen der Nächstenliebe und Menschenfreundlichkeit" von einer Obergrenze bei den Flüchtlingen: "Wer maßt sich an, eine Obergrenze zu ziehen? Und wo soll diese sein? Handelt es sich um eine Obergrenze der Menschlichkeit oder vielleicht um eine Obergrenze dessen, was wir uns an sogenannter meinungsbildender Berichterstattung aus den Medien zumuten können?" Dann betete er für den Wirt, die Kegler und den Brauer, den Bürgermeister und die auf den Schlips Getretenen. Die Gemeinde antwortete mit "Wir bitten dich, erhöre uns".

Politik der ruhigen Hand


In der "Lesung" handelte er die Zufahrt zum Gewerbegebiet Sauernlohe ab. "Eher wird ein SPD-Politiker bayerischer Ministerpräsident, als dass ein Lastwagen ins Gewerbegebiet fährt, wenn es nach dem Straßenbauamt geht." Den Ausstieg Siegfried Klarners aus dem Gemeinderat kommentierte er mit den Worten: "Möge unser Sigi noch viele Jahre den Kinderwagen schieben und die eine oder andere Halbe im Biergarten genießen können."

Dem Fraktionsvorsitzenden der CSU, Dominik Baschnagel, bescheinigte der Redner, dass "er Opposition lebt und schon deswegen dem Herrn Bürgermeister widersprechen tut". Bürgermeister Ernst Schicketanz mache Politik der ruhigen Hand und der Medienwirksamkeit. Den Ortskern, die neue Mitte, skizzierte er mit erstklassiger Verkehrsanbindung, Breitband-Internetanschluss und vorzüglichen Naherholungsmöglichkeiten in Zusammenspiel mit den das Idyll störenden Industriebrachen und einsturzgefährdeten Fabrikschloten als liebenswerte Fleckchen Erde.

Die Zuhörer verabschiedeten den Prediger mit viel Beifall. Um das leibliche Wohl der Besucher kümmerten sich die Weiß-Blau-Kegler und das Team von "D'Wirtschaft". Vom Erlös werden gemeinnützige Einrichtungen in der Gemeinde unterstützt.
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