Serie "Wie Digitalisierung unser Arbeitsleben verändert"
Druck bringt Farbe in den Alltag

Geschäftsführer Erich Regler zeigt die Allwetter-Fußmatten für den "Mini": Seine Firma druckt die Motive dafür. Bilder: Fütterer (3)
 
Eine digitale Druckmaschine: Sie ist nicht nur flexibler und preisgünstiger als der herkömmliche Siebdruck; sie ist auch qualitativ auf der Überholspur.

Der Weg in die Selbstständigkeit begann 1979 mit 3000 D-Mark Startkapital in einem Wohnhaus, wo Erich Regler Küchentisch und Badewanne für den Siebdruck zweckentfremdete. Heute zählt die Firma 75 Mitarbeiter und 6400 Quadratmeter Produktionsfläche. Der digitalisierte Druck beschert 80 Prozent des Umsatzes.

Die Druckerzeugnisse des in Altenstadt/WN - in einem ehemaligen Möbelcenter - fertigenden Unternehmens sind den Verbrauchern fast allgegenwärtig: Ob als Hinweisschilder in Bussen und U-Bahnen oder Auto-Aufkleber, auf Werbeflächen in Baumärkten oder in bunten Bildern auf den Kaffeeautomaten der Autobahnraststätten. Regler bedruckt Kirchenfenster und selbst in der populären Fernsehserie "Dahoam is dahoam" gleiten die schweren Kamerastative auf rutschfesten und belastbaren Regler-Spezialfolien. Oder Regler sorgt für das "optische Tuning" hochwertiger Auto-Dachboxen; auch deren "Innenleben" mit Anti-Rutsch-, Anti-Dröhn- und Anti-Schall-Matten stammt aus Altenstadt/WN.

"Wir drucken alles, außer Griesbrei." Erich Regler lächelt. "Wir sind seit Jahrzehnten technologisch vorne dran und spielen in unserer Branche in der Bundesliga." Das Rezept dafür klingt simpel: "Wir haben den Gewinn immer sofort reinvestiert." Annähernd 350 000 Euro kostet eine Digitaldruckmaschine; nicht wenige solcher Exemplare stehen in den Hallen ... Und der 67-Jährige ist als Diplom-Chemiker auch ein Tüftler. Seine neueste Entwicklung heißt "Haftfabric": Ein selbsthaftender, nahezu unverwüstlicher Stoff, der bei den großen Filialisten (sie müssen bis zu viermal im Jahr umdekorieren) ein begeistertes Echo findet. Schließlich kann jede Verkäuferin den "Haftfabric" in allen erdenklichen Größen und mit gestochen scharfen Mustern blasenfrei verkleben.

Am Beginn der Firmengeschichte stand der mechanische Siebdruck, der per Schablone erfolgt und mit bis zu 120 Fäden pro Zentimeter brillante Ergebnisse liefert. Der Digitaldruck ist nach Überzeugung des Firmengründers nicht nur "total flexibel und wesentlich preisgünstiger" (weil bei weitem nicht so personalintensiv): "Auch qualitativ hat er den Siebdruck inzwischen eindeutig überholt." Rechner "füttern" die gewaltigen Digitaldruckmaschinen mit den Daten, die dann für bis zu 1,2 Milliarden Bildpunkte pro Quadratmeter per Incjet-System sorgen. Brillanz quasi per Mausclick.

3-D-Effekte


"Kleine Stückzahlen und große Formate": Regler fokussiert sich auf Kleinstserien und Einzelaufträge - "in Foto-realistischer Top-Qualität". Er bedruckt - in den unterschiedlichsten Größen und Motiven - Stoffe, Kunststoffe wie Plexiglas, Glas, Stahlblech, Aluminium - formt sie teilweise um, laminiert. "Wir sind ein Spezialitäten-Laden", meint Regler. Sogar 3-D-Effekte lassen sich durch verschiedene Darstellungs-Ebenen erzeugen.

Wir drucken das, was die Anderen nicht können.Erich Regler, Geschäftsführer Firma Regler GmbH


Kein Wunsch ist zu exotisch. So bekommt ein Porsche-Turbo durch "Vollverklebung" mit Carbonfolie schon mal ein mattes Outfit. Bilder und Motive entstehen auch im sogenannten Zerrdruck: Zunächst "krumme" Linien werden durch Verformung (z. B. von einer Kunststoffplatte ) "gerade" gerückt. Mittlerweile reisen die internationalen Hersteller der Digitaldruckmaschinen nach Altenstadt/WN: "Sie wollen einfach unsere Meinung hören", sagt Regler.
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