Vom Foto zum Spielzeug

Geschäftsführer Franz Drescher (links) und Firmeninhaber Norbert Weig von fotopuzzle.de bewältigen in der Vorweihnachtszeit viele Online-Bestellungen. Bild: sbü

Es dürfte nur wenige Wirtschaftsbereiche geben, bei denen in den Wochen vor Weihnachten mehr verkauft wird als im übrigen Jahr. Foto-Finishing nennt sich die Branche. Dazu zählen vor allem Fotobücher und -puzzle. Die Pioniere des Bereichs produzieren in der nördlichen Oberpfalz.

Es ist noch nicht so lange her, dass Fotos nur in ein Album geklebt wurden. Im Zeitalter der digitalen Bilderwelt ist es jedoch selbstverständlich geworden, daraus Fotobücher, Kalender oder Puzzles herzustellen - und sie als Weihnachtsgeschenke unter den Christbaum zu legen.

"In den Wochen vor Weihnachten gibt es mehr Bestellungen als im Rest vom Jahr", berichten die Unternehmensvertreter von fotobuch.de in Neustadt/WN und von fotopuzzle.de in Altenstadt/WN übereinstimmend.

10 000 Bestellungen

Beide Betriebe sind E-Commerce-Unternehmen. "Vor Weihnachten erhalten wir täglich mehr als 10 000 Bestellungen von Fotobüchern und Fotokalendern. Das ist Faktor zehn gegenüber dem Durchschnitt des restlichen Jahres und auch mehr als im Vorjahr", erläuterte Werner Krachtus, geschäftsführender Vorstand von fotobuch.de. Dabei würde weder vor Weihnachten noch in den anderen Monaten speziell für Fotobücher oder Fotokalender geworben. "Wir leben von der Weiterempfehlung unserer Kunden", sagt fotobuch.de-Chef Krachtus. Und auch Norbert Weig kann als Unternehmenschef von fotopuzzle.de mit 5000 Bestellungen an Spitzentagen vor Weihnachten gut mithalten. "Es läuft derzeit die heißeste Phase des Jahres in unserem Betrieb", sagt Weig. Wie bewältigen die Firmen die Zeit vor Weihnachten? Krachtus und sein Marketing-Chef Mikio Lanig verweisen auf ihr firmeneigenes Rechenzentrum, die Glasfaserleitungen und die 300 angeschlossenen Server.

Eine saisonale Vorproduktion wie in anderen Branchen sei nicht möglich, denn jeder Kunde stelle seinen Auftrag individuell zusammen. "Wir haben hochmotivierte 41 Mitarbeiter", sagt Krachtus. Bei fotobuch.de gibt es keine Überstunden oder Zusatzpersonal. Allerdings würden die beauftragten Buchbindereien im Schichtbetrieb laufen.

"Mamas bestellen gerne"

Krachtus und sein Vorstandskollege verraten noch mehr aus ihrer Fotobuch- und Kalenderwelt: "Nach unserem Eindruck bestellen vor allem die Mamas." Stolz ist Krachtus auch auf das Abschneiden des Unternehmens im SWR-Marktcheck: fotobuch.de würde die besten Vorlagen für die Kunden bieten.

In Europa bestellen die Deutschen am fleißigsten das Fotobuch. Mehrere Stunden würden dabei investiert, um es zusammen zu stellen. Maximal 276 Seiten sind möglich und manches Buch bewege sich von der Datenmenge im Gigabyte-Bereich. Nicht ganz so groß muss die Datenmenge in der Fotopuzzle-Welt von Norbert Weig sein. Allerdings kämen an einem "Peak-Tag" auch insgesamt 300 Gigabytes "ins Haus". Weig verwandelt als Marktführer seines Produkts Bilder zum Spielzeug und lässt die Menschen mit schönen Erinnerungen puzzeln. Ein Drittel seines Gesamtabsatzes gehe ins Ausland, sagt Weig. 13 verschiedene Länder beliefert er.

Immer mehr "Mobile-Bestellungen" gehen bei ihm ein, weil ja fast jedes Handy auch fotografieren kann. Bis zu 700 E-Mails müssen seine Berater in der Weihnachtszeit pro Tag beantworten. "Renner im Weihnachtsgeschäft ist das 1000-Teile-Puzzle" sagt Weig. Er spricht sogar von dem "Faktor 20" der Bestellungen an den Tagen vor Weihnachten gegenüber dem übrigen Jahr. "Herzstück meines Unternehmens ist die kundenfreundliche Software", sagt er als einer der IT-Pioniere der nördlichen Oberpfalz.

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Weitere Informationen im Internet:

fotopuzzle.de fotobuch.de
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