Wie die Digitalisierung mittelständischen Maschinenbauer BAM beflügelt
Effizienz um bis zu 30 Prozent gesteigert

Schon vor Jahren widmete sich Marco Bauer der Digitalisierung von Arbeitsprozessen in seiner Maschinenbaufirma. Bild: cf

Die junge Firma zählt mit zu den 100 innovativsten Unternehmen in Deutschland. Während für viele Mittelständler das Projekt "Industrie 4.0" noch im wahrsten Sinne des Wortes ein Fremdwort ist, prägt beim Maschinenbauer BAM die Digitalisierung die Arbeitsabläufe. Inhaber ist der Weidener Marco Bauer, der 2010 die Firma BAM übernahm. Der 30-Jährige hat berufsbegleitend - neben seiner Arbeit als EDV-Systembetreuer - an der Hochschule Deggendorf Wirtschaftsinformatik studiert.

Herr Bauer, was bewog Sie zur Digitalisierung Ihres Betriebs?

Marco Bauer: Ich kam von der digitalen Welt quasi in die reale Welt des Maschinenbaus. Ich durchleuchtete und hinterfragte alle Prozesse und Arbeitsabläufe: vom Fax-Gerät bis zum Online-Shop. Wir ersetzten beispielsweise in der Fertigung die nadelgedruckten Lochkarten durch Tablets.

Was änderte die Digitalisierung konkret?

Der Verbrauch an Papier ging deutlich zurück, die Effizienz in der Fertigung stieg um 20 bis 30 Prozent. Es gibt keinerlei Leerlauf mehr und die Umrüstzeiten für die Maschinen verringerten sich erheblich. Denn im laufenden Betrieb unserer Fräs- und Drehmaschinen geht bereits die Vorbereitung für die Bearbeitung des nächsten Auftrags vonstatten. Auch die Beschaffung der Rohmaterialien braucht nur noch zwei Tage statt zwei Wochen.

Wie reagierten Ihre Mitarbeiter?

Positiv. Unsere Belegschaft ist ziemlich jung, sie hat ein Durchschnittsalter von 35 Jahren. Sogar der Älteste mit seinen 57 Jahren zog begeistert mit. Die sieben Mitarbeiter in der Verwaltung können über ihr privates Smartphone auf Unternehmensdaten wie E-Mails und technische Pläne zugreifen, um auf Kundenwünsche schnell zu reagieren. Die ständige Erreichbarkeit ist natürlich Fluch und Segen, deshalb dürfen die Mitarbeiter frei entscheiden. Docking-Stationen machen die Arbeitsplätze flexibel. Unsere 26 Beschäftigten in der Fertigung teilen sich rund ein Dutzend Tablets und PCs.

Gibt es Sicherheitsprobleme?

Nein. Die BAM ist mit speziellen Firewalls gesichert. Die Notebooks funktionieren nur mit Fingerprints.

Was empfehlen Sie Ihren mittelständischen Kollegen, die mit Industrie 4.0 nichts am Hut haben?

Sich unbedingt damit zu befassen - und keinesfalls blindlings alles zu machen.
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