Angeklagter gibt Tötung seiner Frau zu - Offene Fragen
53 Verletzungen

Es ist noch viel schlimmer, als in der Anklageschrift beschrieben. 15 Stiche und 13 Schnittverletzungen hat die Staatsanwaltschaft darin aufgelistet. Doch tatsächlich, so verdeutlichte sich am dritten Prozesstag gegen einen 47-Jährigen vor dem Amberger Schwurgericht, brachte dieser seiner Frau in einer Nacht im Februar 2014 in Schnaittenbach (Kreis Amberg-Sulzbach) 53 Blessuren am Körper und am Kopf bei. Die dreifache Mutter verblutete innerlich.

Ihr aus Weiden stammender Ehemann gibt die Tat zwar zu, will sich aber an den genauen Ablauf nicht mehr erinnern können. Eines aber sagt der Angeklagte: Seine Frau habe, zur Rede gestellt wegen eines vermeintlichen Liebhabers, plötzlich ein Küchenmesser unter dem Sofakissen hervor gezogen und ihn bedroht. In ersten polizeilichen Vernehmungen war davon nie die Rede gewesen.

Die Ermittler aus Amberg ließen nichts unversucht, um Details der Bluttat aufzuhellen. Sie stellten im Wohnzimmer ein Sofa samt Sitzbank sicher und ließen die Möbelstücke von einem Sachverständigen prüfen. Mit noch mehr Aufwand wurden Teile des Bodens im Tatzimmer entfernt und durch Experten des Bayerischen Landeskriminalamts untersucht.

Grund dafür: Der 47-Jährige behauptet bis heute, mit einem der von ihm zum Verbrechen verwendeten vier Küchenmesser in den Boden gestochen zu haben, bis die Klinge abbrach. Das, so weiß man nach dem dritten Verhandlungstag, ist unglaubwürdig. "Es war nichts festzustellen", sagte der Gutachter vor Gericht.
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