Fit machen für das Jahr 2050

Ich möchte Ihnen gratulieren. Sie sind gut aufgestellt!

Selbstfahrende Autos, leuchtende Möbel, Medizintechnik, die einen Blick in jede Zelle des Körpers erlaubt: In Amberg diskutierten Fachleute darüber, wie sich die Region am besten für das Jahr 2050 rüstet.

Was können wir heute schon tun, damit es sich auch im Jahr 2050 noch lohnt, in der Region zwischen den Metropolen Nürnberg, München, Prag und Wien zu leben? Diese Frage bewegte am Mittwoch rund 150 Experten aus Deutschland, Österreich und Tschechien im Amberger Kongresszentrum. "Ich möchte Ihnen gratulieren", sagte Innovationsforscher Dr. Ulrich Eberl vor dem Plenum. "Sie sind gut aufgestellt!" In den nächsten Jahren komme es darauf an, die vorhandenen Potenziale zu nutzen. Das aber funktioniere nur grenzüberschreitend, in einem Kraftakt der benachbarten Regionen ohne Barrieren im Kopf.

Bis zum Jahr 2030 nimmt der Altersquotient in den Städten und Landkreisen zwischen Tirschenreuth und dem niederösterreichischen Krems, zwischen Landshut und dem böhmischen Iglau (Jihlava) um 17 Prozent zu. Das heißt, die Zahl der Senioren steigt rapide. "Das hat immense Folgen für die Gesundheits- und Rentensysteme, für die Bereiche Mobilität, Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Kommunikation", erklärte Eberl. Die Auswirkungen allerdings müssten nicht zwangsläufig negativ sein. "Es kommt darauf an, wie man sich auf diesen Megatrend vorbereitet."

Vernetzung ist wichtig

Vier weitere "weltweite und unumkehrbare" Megatrends hat der Leiter der Innovationspublikationen bei der Siemens AG identifiziert: eine zunehmende Verstädterung, den Klimawandel, die Globalisierung von Wirtschaft und Kultur sowie die Durchdringung aller Lebensbereiche mit Informations- und Kommunikationstechnologie. In Amberg ging es nun darum, wie sich die ländlichen Räume im Ländereck Bayern, Böhmen, Ober- und Niederösterreich dafür rüsten können.

"Auf die Vernetzung kommt es an", betonte Bezirkstagspräsident Franz Löffler, der als Vorsitzender der Europaregion Donau-Moldau (EDM) zu der Konferenz eingeladen hatte. Die EDM versteht sich als Gegenpol zu den Metropolregionen München, Nürnberg, Prag und Wien. Rund 50 Städte und Landkreise mit insgesamt mehr als sechs Millionen Einwohnern haben sich ihr angeschlossen.

In den zweieinhalb Jahren seit Gründung der EDM haben sich sieben sogenannte Wissensplattformen herauskristallisiert - Bereiche, in denen grenzüberschreitend Kompetenzen gebündelt werden sollen: Mobilität und Verkehr, Erneuerbare Energien, Forschung und Innovation, Clusterbildung, Arbeitsmarkt, Hochschulkooperationen sowie Tourismus. "Die Wissensplattformen bringen Experten an den Runden Tisch und erarbeiten gemeinsame Projekte zur nachhaltigen Entwicklung der Region", erklärte Löffler. Das Thema Forschung und Innovation ist beim Bezirk Oberpfalz angesiedelt.

Der Staatssekretär im Heimatministerium, Albert Füracker, sprach von einem "alternativlosen Weg des Zusammenwachsens". "Wir können den Wohlstand nicht konservieren, indem wir alles so lassen, wie es ist. Wir brauchen Veränderung und Weiterentwicklung."
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